Pam Bondi räumt Schwärzungsfehler in Epstein‑Akten ein, verweist Verantwortung auf Todd Blanche
Bei ihrer Anhörung vor dem House Oversight and Reform Committee verteidigt die frühere Justizministerin das Vorgehen des Justizministeriums und sagt, sie habe die Detailaufsicht an ihren damaligen Stellvertreter übergeben.
Nach Angaben ihrer Erklärungen erschien die ehemalige US‑Justizministerin Pam Bondi am Freitag vor dem House Oversight and Reform Committee, um das Vorgehen des Justizministeriums bei der Veröffentlichung der Jeffrey‑Epstein‑Akten zu verteidigen. Sie schilderte den Prozess als umfangreich und arbeitsintensiv und hielt daran fest, dass das Ministerium in ihrem Verständnis alle Pflichten aus dem Epstein Files Transparency Act erfüllt habe.
Im Mittelpunkt ihrer Darstellung stand die Delegation der Detailaufsicht: Bondi sagte, sie habe nicht persönlich jede Facette der Dokumentenprüfung geleitet, sondern diese Aufsicht an ihren damaligen stellvertretenden Justizminister, Todd Blanche, übertragen. Blanche ist inzwischen Acting Attorney General; Bondi lobte zugleich dessen Management der Aufgabe und dessen Integrität.
Zugleich räumte Bondi ein, dass es bei den vorgenommenen Schwärzungen Fehler gegeben habe. Sie beschrieb solche Einschnitte als Teil eines komplexen Prüfprozesses und betonte, dass die beteiligten Fachleute erklärt hätten, nur nicht responsive, privilegierte oder doppelte Unterlagen zurückgehalten worden seien. Konkrete neue Belege für fehlende Dokumente nannte sie in ihren Ausführungen nicht.
Unterdessen übten demokratische Ausschussmitglieder scharfe Kritik an Bondis Weigerung, Fragen zu möglichen Gesprächen mit Präsident Donald Trump zu beantworten. Mehrere Abgeordnete forderten Klarheit darüber, welche Dokumente weiterhin zurückgehalten würden und aus welchen rechtlichen Gründen dies geschehe. Der Ausschuss hatte zuvor eine zivilrechtliche Vorladung gegen Bondi erlassen, nachdem Zweifel an der Vollständigkeit und Rechtmäßigkeit der Veröffentlichungen aufgekommen waren.
Daneben berichtete das ranghöchste demokratische Ausschussmitglied, Bondi habe wiederholt die operative Verantwortung für Fehler auf Acting AG Blanche geschoben. Bondi wies diese Darstellung in einem Social‑Media‑Beitrag später zurück, blieb aber hinsichtlich der Entscheidung, die Befragung nicht per Video öffentlich zugänglich zu machen, umstritten. Die Anhörung findet vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an der Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Frist zur Freigabe der Unterlagen statt; das Justizministerium hatte die Frist vom 19. Dezember nicht eingehalten und die Akten stattdessen Anfang des Jahres veröffentlicht.