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Pentagon beantragt mehr als 54 Mrd. Dollar für autonome Kriegsführung

Das Pentagon beantragt massiv höhere Mittel für die neu gegründete Defense Autonomous Warfare Group; Experten warnen vor unzureichender Vorbereitung auf die Risiken autonomer Waffensysteme.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Pentagon beantragt mehr als 54 Mrd. Dollar für autonome Kriegsführung
Im Haushaltsentwurf 2027 fordert das Verteidigungsministerium Gelder für autonome und ferngesteuerte Systeme an Luft, Land sowie über und unter Wasser, inklusive des Programms Drone Dominance.

Nach Angaben der Haushaltsunterlagen verlangt das Pentagon in seinem Etatentwurf für 2027 mehr als 54 Milliarden US‑Dollar zur Finanzierung der neu geschaffenen Defense Autonomous Warfare Group (DAWG). Diese Summe stellt einen Anstieg von rund 24.000 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar und ist vorgesehen für Systeme, die autonom oder ferngesteuert in der Luft, zu Lande sowie über und unter dem Meer eingesetzt werden sollen.

Zugleich nennt die Übersicht das Programm Drone Dominance als einen Schwerpunkt der Mittelverwendung. Die beantragte Summe entspricht damit nach Angaben in den Unterlagen mehr als der Hälfte des gesamten Verteidigungshaushalts des Vereinigten Königreichs und bezeichnet eine historisch hohe Einzelverpflichtung für autonome Kriegsführung.

Inzwischen äußerten ehemalige Sicherheitsverantwortliche und Forscher deutliche Vorbehalte gegenüber dem Vorstoß. Sie warnten, militärische Führung und beteiligte Technologieunternehmen seien weitgehend unvorbereitet, um die mit autonomen Waffensystemen verbundenen Risiken und Verantwortlichkeiten zu managen, und betonten die Notwendigkeit robuster Sicherheits- und Prüfmechanismen.

Daneben verweisen Kritiker auf Testergebnisse, die wiederholt verwundbare Schwachstellen in fortgeschrittenen KI‑Systemen offenbart hätten. Solche Ausfälle könnten in militärischen Einsätzen Gefahren für Soldaten und Zivilisten bedeuten und die Dynamik von Konflikten verändern, etwa durch erleichterte Manipulationen oder ungewollte Eskalation.

Gleichzeitig steht der Finanzierungsantrag in einem breiteren sicherheitspolitischen Umfeld: Die USA haben zuletzt Beschränkungen für chinesische Drohnen und Komponenten erlassen, um Teile des Verteidigungs‑Tech‑Ökosystems zu entkoppeln. Vertreter der Branche sehen den Antrag als Reaktion auf die schnelle Entwicklung von Kampftechnologien auf dem Schlachtfeld, mahnen jedoch, die Mittel gezielt in erprobte, feldtaugliche Lösungen statt in unausgereifte Demo‑Technologien zu investieren.