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Powell sagt, er werde kein Schatten‑Chair sein – Treffen mit Warsh in Mitte Juni birgt Konfliktpotenzial

Erstmals seit fast 80 Jahren werden ein amtierender und ein designierter Fed‑Chair gleichzeitig Entscheidungen im FOMC begleiten. Jerome Powell kündigt an, im Rat aktiv zu bleiben; Kevin Warsh bringt Forderungen nach einem Richtungswechsel mit.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Powell sagt, er werde kein Schatten‑Chair sein – Treffen mit Warsh in Mitte Juni birgt Konfliktpotenzial
Historische Überlappung an der Fed‑Spitze: Powell bleibt nach seinem letzten Amtszyklus als Gouverneur im Board, während Warsh als designierter Vorsitzender antritt — Streit um die Zinspolitik bleibt wahrscheinlich.

Nach Angaben der vorliegenden Darstellung kommt das Federal Open Market Committee Mitte Juni zu einer ungewöhnlichen Sitzung zusammen, bei der erstmals seit fast 80 Jahren ein amtierender und ein ehemaliger Fed‑Chair zugleich an Geschäftsentscheidungen beteiligt sein werden. Jerome Powell, der nach seinem letzten Zyklus als Vorsitzender im Board verbleibt, hat deutlich gemacht, dass er nicht zum Schatten‑Chair werden und weiterhin aktiv an der Politikgestaltung mitwirken will.

Im Mittelpunkt der Debatten steht die Frage, ob und wie rasch die Geldpolitik gelockert werden kann. Die jüngsten Daten zeigen eine Kerninflation von 3,2 Prozent im März, damit deutlich über dem Zwei‑Prozent‑Ziel der Fed, während die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf ein Niveau gefallen sind, das zuletzt 1969 registriert wurde. Diese Konstellation erschwert es, ein starkes Argument für kurzfristige Zinssenkungen zu finden und setzt die künftige Ausrichtung des FOMC unter Druck.

Zugleich haben interne Meinungsverschiedenheiten bereits in der vorigen Sitzung zu sichtbaren Spannungen geführt: Vier abweichende Stimmen gegen das Abschlussstatement deuten darauf hin, dass es innerhalb des Rates wachsende Differenzen über Formulierungen und die möglichen Signale an die Märkte gibt. Einige regionale Fed‑Vertreter zeigten sich resistent gegenüber Druck zur schnellen Zinssenkung und warnten vor Maßnahmen, die die Unabhängigkeit der Notenbank beeinträchtigen könnten.

Inzwischen steht fest, dass die politische Stoßrichtung der Fed in den kommenden Monaten stark vom Umgang mit diesen Widersprüchen abhängen wird. Die Kombination aus anhaltender Kerninflation und ungewöhnlich niedrigen Arbeitslosenanträgen stellt eine Herausforderung für jeden neuen Vorsitz dar und macht die Mitte‑Juni‑Zusammenkunft zu einem wichtigen Gradmesser für die künftige Zinspolitik.