Real Madrid droht seltene titelose Saison – Druck auf Trainer Arbeloa wächst
Nach dem dramatischen Champions-League-Aus in München droht Real Madrid eine seltene Saison ohne großen Titel; Trainer Álvaro Arbeloa übernimmt die Verantwortung.
- Ein spätes taktisches Foul und zwei späte Gegentore in München rauben Real die letzte Chance
- Arbeloa erkennt Verantwortung an, doch sein Platz wirkt angeschlagen.
Nach dem 3:4 im Viertelfinal-Rückspiel gegen Bayern München steht Real Madrid kurz davor, die Saison ohne einen der großen Titel zu beenden. Ein spätes taktisches Foul von Eduardo Camavinga führte zu einer zweiten Gelben Karte, und in der Folge fielen zwei weitere späte Tore für Bayern, die den Weg ins Halbfinale versperrten. Für die Blancos schwindet damit die realistische Möglichkeit, in dieser Spielzeit noch einen der Hauptwettbewerbe zu gewinnen.
Nach dem Schritt in die Liga liegt Real mit sieben verbleibenden Partien neun Punkte hinter Tabellenführer Barcelona und bräuchte nahezu eine fehlerfreie Abschlussphase, um die Führung zu erreichen. Historisch ist ein titelarmes Jahr für den Klub eine Ausnahme: In diesem Jahrhundert endeten nur vier Spielzeiten ohne großen Titel, namentlich 2004/05, 2005/06, 2009/10 und 2020/21. Selbst in Saisons ohne Meistertitel oder Champions-League-Erfolg sicherte sich Real häufig zumindest internationale Ehrungen wie den UEFA Super Cup oder die Klub-WM.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht die sportliche Führung. Xabi Alonso hatte die Saison begonnen, nach einem starken Start aber angesichts eines Formtiefs und einer Niederlage im spanischen Supercup seinen Rücktritt erklärt. Álvaro Arbeloa übernahm zunächst interimistisch und wurde später fest verpflichtet; unter ihm gewann die Mannschaft 13 von 21 Spielen. Das jüngste Ausscheiden in München stellt diese Stabilität jedoch infrage und verschärft die Debatte über die langfristige Ausrichtung.
Zugleich signalisierte Arbeloa nach dem Spiel, dass er die Verantwortung für das Scheitern übernimmt und jede Entscheidung des Vereins respektieren werde. Ehemalige Spieler und Kommentatoren wiesen darauf hin, dass Real Madrid Trainer bei erfolglosen Saisons nur selten lange schützt, was den Druck auf die sportliche Leitung deutlich erhöht. Konkrete Entscheidungen über Konsequenzen für Trainer und Kader wurden bislang nicht kommuniziert.
Für die Mannschaft bleibt nun die Meisterschaft die einzige realistische Chance, die Saison noch aufzuwerten; die verbleibenden Ligaspiele haben daher erhöhtes Gewicht. In den kommenden Tagen dürften sich sportliche und strukturelle Fragen auf der Tagesordnung der Klubführung wiederfinden, während Fans und Beobachter die nächsten Partien als kritische Phase für die Zukunft des Trainers betrachten.