Stadler zieht Rekurs gegen SBB‑Auftrag an Siemens zurück
Der Schweizer Hersteller beendet den Rechtsstreit um einen Milliardenauftrag, nachdem vorgelegte Vergabeakten nach Unternehmensangaben weitgehend geschwärzt waren.
Nach Angaben des Unternehmens hat Stadler Rail seinen Rekurs beim Schweizer Bundesverwaltungsgericht gegen die Vergabe eines Rahmenvertrags der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) an Siemens zurückgezogen. Die Mitteilung datiert den Rückzug auf den 7. April und wurde am Montagabend verbreitet.
Im Mittelpunkt der Entscheidung standen die von Gericht und SBB übergebenen Vergabeakten, die Stadler zufolge in wesentlichen Teilen stark geschwärzt waren. Dem Hersteller zufolge fehlten dadurch entscheidende Anhaltspunkte, die eine substanzielle Fortführung des Verfahrens ermöglicht hätten. Aus diesem Grund habe man den Rekurs eingestellt.
Daneben übte Stadler scharfe Kritik an der SBB: Das Unternehmen wirft der Bahn vor, ihren Ermessensspielraum bei der Bewertung zugunsten des siegreichen Siemens-Angebots genutzt zu haben. Konkret nannte Stadler die eingeschränkte Einsicht in die Akten als Grund für seine Haltung und begründete damit das Ende des Verfahrens aus Sicht des Unternehmens.
Siemens hatte den Zuschlag für das Projekt im November 2025 erhalten. Der Rahmenvertrag sieht nach den bisher bekannten Angaben die Lieferung von bis zu 200 Doppelstockzügen vor; das Investitionsvolumen wurde mit rund zwei Milliarden Franken angegeben.
Zugleich ist mit dem Rückzug formal das bislang öffentlich geführte Gerichtsverfahren zwischen Stadler und der SBB beendet. Ob der Zugbauer weitere rechtliche Schritte prüfen wird, wurde in der Mitteilung nicht angegeben.