Trump-Anordnung fordert CDC auf, Kinder-Impfplan stark zu reduzieren
Ein Präsidialerlass beruft sich auf eine umstrittene HHS‑Analyse und veranlasst CDC und ACIP, den empfohlenen Impfstoffkatalog für Kinder in den USA neu zu bewerten.
Nach Angaben des Weißen Hauses hat Präsident Donald Trump eine Executive Order unterzeichnet, die eine wissenschaftliche Bewertung des Gesundheitsministeriums als Richtlinie für die Bundesregierung anerkennt und die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sowie das Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP) anweist, den Kinder‑Impfplan zu überprüfen und anzupassen.
Im Mittelpunkt der Order steht eine im Januar veröffentlichte HHS‑Analyse, die den US‑Impfplan mit den Empfehlungen vergleichbarer Industriestaaten verglich. Die Bewertung schlägt vor, den Kern‑Impfplan auf eine geringere Zahl von Krankheiten zu beschränken und andere Impfungen nicht mehr universell zu empfehlen; an der Arbeit soll unter anderem die inzwischen entlassene Impfkritikerin Dr. Tracy Beth Høeg mitgewirkt haben.
Nach dem Schritt benennt die Analyse zehn Krankheiten, für die internationale Übereinstimmung bestehe und die weiterhin für alle Kinder empfohlen werden sollten: Masern, Mumps, Röteln, Polio, Pertussis, Tetanus, Diphtherie, Haemophilus influenzae Typ B, Pneumokokken und HPV sowie Varizellen (Windpocken). Würde diese Empfehlung umgesetzt, würden nach Darstellung der Bewertung mehrere andere Impfstoffe nicht länger zum Kernempfehlungsumfang zählen.
Zugleich empfahl die Bewertung, die Zahl der Dosen des HPV‑Impfstoffs von bisher zwei oder drei, abhängig vom Alter, auf eine Dosis zu reduzieren. Die Executive Order verlangt von CDC und ACIP, die HHS‑Bewertung zusammen mit klinischen Daten zu prüfen und daraufhin den Impfplan für Kinder und Jugendliche zu aktualisieren.
Inzwischen fällt die Unterschrift in eine Phase verstärkter politischer und rechtlicher Auseinandersetzungen: 15 Bundesstaaten mit demokratischen Gouverneuren haben Klage gegen das Gesundheitsministerium und Robert F. Kennedy Jr. eingereicht. Die Kläger führten an, dass eine Herabstufung von Impfempfehlungen Kinder gefährden und die Ressourcen der Bundesstaaten zusätzlich belasten könne; sie kritisieren zudem die Analyse wegen ihrer Fokussierung auf Länder wie Dänemark und bezweifeln deren Übertragbarkeit auf die USA.