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Umfrage: Trumps Arbeitervolk beginnt sich zu lösen – besonders bei niedrigen Einkommen

Eine Befragung von rund 1.940 Trump-Wählern aus 2024 zeigt wachsende Unsicherheit in seiner Koalition; besonders niedrigverdienende Unterstützer schwanken, und Immigration bleibt streitiger Punkt.

Jared Abbott & Dustin Guastella / JKCM News 2 Min Lesezeit
Titelbild: Umfrage: Trumps Arbeitervolk beginnt sich zu lösen – besonders bei niedrigen Einkommen
  • Rund 20 Prozent der Trump-Wähler von 2024 ziehen einen Wechsel weg von den Republikanern in Betracht
  • die größte Instabilität findet sich bei Geringverdienern.

Nach Angaben einer neuen Umfrage denken etwa 20 Prozent derjenigen, die 2024 für Donald Trump stimmten, darüber nach, 2028 nicht mehr die Republikaner zu wählen. Die Erhebung befragte rund 1.940 Wähler aus der breiten Koalition, die Trump 2024 zum Wahlsieg verhalf, und richtete den Blick vor allem auf Einkommens- und Bildungsunterschiede sowie Einstellungen zur Einwanderungspolitik.

Im Mittelpunkt der Befunde steht eine markante Fragmentierung am unteren Ende der Einkommensskala: Ungefähr 31 Prozent der Trump-Wähler mit den niedrigsten Einkommen sind unschlüssig, ob sie 2028 erneut Republikaner wählen. Zum Vergleich bleibt die Basis in wohlhabenderen Haushalten deutlich stabiler; bei Einkommen über 200.000 US-Dollar liegt der Anteil der Wankenden bei 12,7 Prozent. Auch Bildungsunterschiede zeichnen ein ähnliches, wenn auch weniger ausgeprägtes Bild: Je niedriger das Bildungsniveau, desto höher die Wahrscheinlichkeit, die Unterstützung zu überdenken.

Nach dem Schritt in Richtung Themenanalyse liefert die Umfrage zugleich Einsichten zur umstrittenen Frage der Einwanderung. Unter den unentschlossenen Trump-Wählern bevorzugen nur 13,5 Prozent Joe Bidens Einwanderungspolitik gegenüber Trumps Ansatz; gleichzeitig geben rund 50 Prozent an, Trump sei in seinen Maßnahmen zu weit gegangen, während etwa 31,4 Prozent dies anders sehen. Das ergibt eine Spannungsachse innerhalb der Basis: Die Unterstützung für strengere Grenz- und Einwanderungspolitik bleibt weit verbreitet, doch viele Anhänger empfinden die konkrete Umsetzung inzwischen als überzogen.

Zugleich zeigt die Studie, dass ein Wegfall von Stimmen bei Trump nicht automatisch den Demokraten zugutekommt. Lediglich 3,4 Prozent der unsicheren Trump-Wähler planen demnach, 2028 für die Demokraten zu stimmen. Die Mehrheit der Wankenden bleibt offen: Viele ziehen Drittparteien in Betracht, denken über Enthaltung nach oder sind schlicht unentschlossen.

Daneben interpretieren die Autoren die Ergebnisse als Warnsignal für beide Lager: Trumps Koalition erscheine oben stabiler als an der Basis. Arbeitende, blaukragennahe und niedrigere Einkommensgruppen, die 2024 den Ausschlag gaben, fühlten sich nach einem Jahr teilweise enttäuscht und verunsichert. Ob und wie sich diese Unzufriedenheit in tatsächlichem Wahlverhalten niederschlägt, bleibt jedoch ungewiss.