Ungarns Notenbank senkt Leitzins auf 6,25 Prozent
Die Magyar Nemzeti Bank lockerte die Geldpolitik um 25 Basispunkte und verschob zugleich ihren Zinskorridor nach unten.
- Der Leitzins sinkt um 25 Basispunkte auf 6,25 Prozent, gültig ab 25. Februar.
- Der Einlagesatz fällt auf 5,25 Prozent, der Overnight-Kreditsatz auf 7,25 Prozent.
- Die Notenbank verweist auf günstigere Inflationsdynamik, betont aber ein vorsichtiges Vorgehen.
- Für eine nachhaltige Rückkehr der Inflation zum 3‑Prozent‑Ziel nennt die MNB die zweite Jahreshälfte 2027.
- Ein Protokoll der Sitzung soll am 11. März veröffentlicht werden.
Ungarns Zentralbank hat die Zinsen weiter gesenkt: Der geldpolitische Rat der Magyar Nemzeti Bank (MNB) reduzierte den Leitzins nach seiner Sitzung am 24. Februar um 25 Basispunkte auf 6,25 Prozent. Die Änderung tritt am 25. Februar in Kraft. Gleichzeitig wurde der Zinskorridor nach unten verschoben: Der Overnight-Einlagesatz liegt nun bei 5,25 Prozent, der Overnight-Kreditsatz bei 7,25 Prozent.
Die Notenbank begründete den Schritt mit einer günstigen Entwicklung der zugrunde liegenden Inflationsdynamik und der Stabilität an den Finanzmärkten. Zugleich machte der Rat deutlich, dass das Umfeld weiterhin risikobehaftet bleibt. In der Kommunikation betonte die MNB eine „vorsichtige“ und „geduldige“ Normalisierung und verwies auf die Bedeutung positiver Realzinsen sowie auf die Sensitivität kleinerer offener Volkswirtschaften gegenüber Wechselkurs- und Risikoprämienbewegungen.
Für den kurzfristigen Inflationspfad stellt die MNB eine Phase in Aussicht, in der die Teuerung vorübergehend unter dem 3‑Prozent‑Ziel liegen kann, bevor sie – auch durch Basiseffekte – wieder näher an den oberen Bereich der Toleranzbandbreite rückt. Die nachhaltige Erreichung des 3‑Prozent‑Ziels sieht die Notenbank erst in der zweiten Jahreshälfte 2027. Damit unterstreicht sie, dass die Zinswende nicht als „Autopilot“ zu verstehen ist, sondern von Daten und Marktstabilität abhängig bleibt.
Auch die Konjunktur liefert ein gemischtes Bild. Nach Angaben der MNB stieg das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2025 um 0,7 Prozent, für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich ein Wachstum von 0,4 Prozent. Der private Konsum zeigte zuletzt Stabilisierungstendenzen – unter anderem über steigende Einzelhandelsumsätze –, während die Industrieproduktion gedämpft blieb. Am Arbeitsmarkt lässt die zuvor sehr hohe Anspannung allmählich nach, das Beschäftigungsniveau bleibt jedoch historisch hoch.
Für Märkte und Unternehmen ist die Signalwirkung wichtig: Die Entscheidung verschiebt die Finanzierungskonditionen am kurzen Ende weiter nach unten, ohne den restriktiven Charakter abrupt aufzugeben. Analysten interpretierten den Schritt als kontrollierte Lockerung, die an die Abkühlung der Inflation anknüpft, aber weiterhin von der Entwicklung der Risikoprämien und des Forint-Kurses begrenzt werden kann. Ein nächstes Detail-Update liefert die Notenbank, wenn sie das Protokoll der Sitzung am 11. März veröffentlicht.