US-Gesetzgeber verlangen umfassende Aufklärung zu Verbindungen von Harvard und Bard zu Jeffrey Epstein
Demokrat Jamie Raskin fordert Einsicht in Spenden, Kommunikation und interne Prüfungen und bittet um ein transkribiertes Interview mit Bard-Präsident Leon Botstein.
Die Kernentwicklung: Der ranghöchste Demokrat im Justizausschuss des Repräsentantenhauses, Jamie Raskin, hat umfangreiche Unterlagen von Harvard University und Bard College angefordert und verlangt ein transkribiertes Interview mit dem scheidenden Bard-Präsidenten Leon Botstein, um die Verbindungen der Einrichtungen zu Jeffrey Epstein aufzuklären.
Raskin fordert unter anderem Einsicht in Spendenaufzeichnungen, Kommunikation, Zulassungsakten, Interaktionen und Entscheidungsprozesse innerhalb der Universitäten sowie die vollständigen Ergebnisse einer internen Prüfung von Bard. Ziel der Anfragen ist eine umfassende Aufarbeitung der Beziehungen zwischen Epstein und Angehörigen der Hochschulen, nachdem frühere Untersuchungen als unvollständig oder lückenhaft bezeichnet worden sind.
Im Schriftverkehr an Harvard verlangt Raskin alle relevanten Unterlagen, Finanzdokumente und Kommunikationen im Zusammenhang mit Epsteins Finanzierung von Forschung sowie dessen persönlichen Beziehungen zu Fakultätsmitgliedern. Er bemängelt, frühere Untersuchungen aus den Jahren 2008 und 2019 hätten nicht das volle Ausmaß der Verbindungen offengelegt und in wichtigen Punkten Lücken hinterlassen oder irreführend gewirkt.
Als konkreten Kontext führt Raskin Spenden von Epstein an Harvard und angebliche fortgesetzte Kontakte zu Universitätsangehörigen an, die sich neben finanzieller Förderung auch auf Zulassungen und Forschungszusammenhänge erstrecken sollen. Epstein hatte von 1998 bis 2008 mehr als neun Millionen US-Dollar an Harvard und verbundene Programme gespendet; diese Spendenperiode überschneidet sich mit der Amtszeit des früheren Harvard-Präsidenten Larry Summers.
Gleichzeitig richtet Raskin in einem getrennten Schreiben detaillierte Fragen an Bard College. Dort hatte ein Vorstand nach einer unabhängigen Überprüfung das Ende der mehr als fünf Jahrzehnte währenden Präsidentschaft Botsteins beschlossen. Die Überprüfung konstatierte erhebliche Führungsmängel und mangelnde Offenheit in Botsteins Amtsführung; Bard erklärte, Botstein werde eine weitergehende Rolle am College behalten.
Raskins Initiative zielt darauf ab, sowohl finanzielle als auch institutionelle Verflechtungen vollständig zu durchleuchten. Er fordert die Herausgabe von Dokumenten, die darlegen könnten, wie finanzielle Zuwendungen, persönliche Kontakte und institutionelle Entscheidungen miteinander verknüpft waren, und verlangt Klarheit darüber, ob frühere Prüfungen relevante Bezüge übersehen haben.
Zugleich signalisiert die Forderung nach einem transkribierten Interview mit Botstein, dass Raskin nicht nur schriftliche Nachweise, sondern auch persönliche Aussagen zu den Vorwürfen einbeziehen will. Mit den Anfragen an Harvard und Bard eröffnet sich damit ein weiterer Untersuchungspfad in die Rolle prominenter Universitäten in den Beziehungen zu Jeffrey Epstein.