JKCM News
Startseite
Amerika

US-nahe Firma mit Trump-Verbindungen kurz vor Milliardenauftrag für Balkan-Gaspipeline

Die wenig bekannte Firma AAFS Infrastructure and Energy steht laut Recherchen kurz vor dem Zuschlag für eine Milliardenkonzession zum Bau einer Westbalkan-Pipeline, die US‑Gas nach Europa bringen soll. Verbindungen zu Personen aus dem Umfeld von Donald Trump haben diplomatische Spannungen ausgelöst.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: US-nahe Firma mit Trump-Verbindungen kurz vor Milliardenauftrag für Balkan-Gaspipeline
Guardian-Recherche zeigt, wie eine unerfahrene US‑Gesellschaft mit Kontakten ins Trump‑Umfeld in Schlüsselverhandlungen zu einem strategischen Energieprojekt in Bosnien eingebunden ist.

Nach Angaben einer groß angelegten Recherche steht AAFS Infrastructure and Energy kurz davor, eine Konzession über mehr als 1 Milliarde US‑Dollar für Bau und Betrieb einer Gaspipeline durch mehrere Westbalkan‑Staaten zu erhalten. Das Vorhaben soll es ermöglichen, Flüssigerdgas aus den USA statt russischer Lieferungen nach Europa zu leiten und gilt in Bosnien und Herzegowina als eines der folgenreichsten Infrastrukturprojekte seit dem Friedensabkommen von 1995.

Im Mittelpunkt der Spannung steht, dass US‑Beamte bosnischen Politikern demnach deutlich gemacht haben, die amerikanische Administration unterstütze das Projekt und setzte auf Zustimmung zur Konzession. In einem Land, dessen politisches Gleichgewicht entlang ethnischer Linien empfindlich austariert ist, wecken derartige Einflussnahmen Befürchtungen, außenpolitische Interessen könnten wirtschaftliche Vergaben und die innenpolitische Balance beeinträchtigen.

Nach dem Schritt in die Öffentlichkeit überraschte Beobachter die Präsenz von AAFS in Sarajevo: Statt eines etablierten Projektträgers zeigt sich vor Ort zunächst nur ein kleines registriertes Büro, das plötzlich als Anspruchsteller für ein Milliardenprojekt auftritt. Vertreter aus Bosnien beschrieben die Situation als unerwartet; lokale Kontakte und die Entstehung der Geschäftsverbindungen blieben in den zugänglichen Unterlagen weitgehend unklar.

Zugleich nennt die Recherche Personalverbindungen, die Fragen aufwerfen: Zu den namentlich benannten US‑Vertretern der Initiative gehören Anwälte und Vertraute mit einschlägigen politischen Verbindungen. Angaben aus Interviews mit aktuellen und ehemaligen bosnischen sowie US‑Beamten, durchgesickerten Dokumenten und Unternehmensunterlagen bilden die Basis für die Darstellung, ohne dass detaillierte Erklärungen zur Herkunft der US‑Partner vorgelegt wurden.