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USA verlieren im Februar 92.000 Stellen – Arbeitslosenquote steigt auf 4,4 Prozent

Der US-Arbeitsmarkt lieferte im Februar ein unerwartet schwaches Signal, obwohl die Löhne weiter zulegten und einzelne Sondereffekte das Bild mitprägten.

JKCM Desk 3 Min Lesezeit
Titelbild: USA verlieren im Februar 92.000 Stellen – Arbeitslosenquote steigt auf 4,4 Prozent
  • Die US-Wirtschaft verlor im Februar 2026 netto 92.000 Stellen; die Arbeitslosenquote stieg von 4,3 auf 4,4 Prozent.
  • Besonders stark fielen die Rückgänge im Gesundheitswesen, in der Informationstechnologie, im Transport, in der Industrie und im Bundesdienst aus.
  • Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0,4 Prozent zum Vormonat und um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • Die Erwerbsquote sank auf 62,0 Prozent und lag damit auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2021.
  • Für die Fed verschärft der Bericht den Zielkonflikt zwischen schwächerem Arbeitsmarkt und neuen Inflationsrisiken über Energiepreise.

Der US-Arbeitsmarkt hat im Februar 2026 überraschend nachgegeben. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sank um 92.000, nachdem im Januar noch ein Plus von 126.000 Stellen gemeldet worden war. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote von 4,3 auf 4,4 Prozent. Damit fiel der Bericht deutlich schwächer aus als von Ökonomen erwartet und markiert einen klaren Stimmungswechsel nach dem robusteren Jahresauftakt. Für die Konjunkturbeurteilung ist das wichtig, weil der Arbeitsmarkt zuletzt als wichtigster Stabilitätsanker der US-Wirtschaft galt.

Die Schwäche war breit gestreut. Im Gesundheitswesen gingen 28.000 Stellen verloren, wobei Streikaktivitäten eine Rolle spielten. Die Informationsbranche verlor 11.000 Jobs, der Bundesdienst weitere 10.000. Auch Transport und Lagerhaltung, Bau, Freizeit und Gastronomie sowie das verarbeitende Gewerbe verzeichneten Rückgänge. Gerade diese Breite macht den Bericht aussagekräftig. Ein isolierter Sondereffekt in einem einzelnen Sektor ließe sich leichter ausblenden; ein Minus über mehrere Branchen hinweg spricht eher für eine reale Abkühlung der Einstellungsdynamik.

Ganz einseitig negativ war der Bericht dennoch nicht. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Monatsvergleich um 0,4 Prozent und lagen 3,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Für die Einkommen der privaten Haushalte ist das zunächst stabilisierend. Gleichzeitig sank die Erwerbsquote auf 62,0 Prozent und erreichte den niedrigsten Stand seit Ende 2021. Das schwächt die positive Lohnbotschaft etwas ab, denn ein engerer Arbeitsmarkt kann Löhne auch dann stützen, wenn die Beschäftigung insgesamt an Schwung verliert. Für die Interpretation zählt daher das Gesamtbild aus Jobs, Partizipation und Stundenlöhnen.

Hinzu kommt, dass der Februarwert nicht isoliert betrachtet werden sollte. Schon die Januarzahl wurde im Vergleich zur ersten Veröffentlichung etwas nach unten revidiert. Zugleich lagen die Erwartungen für Februar bei einem Beschäftigungsaufbau von rund 59.000 Stellen. Stattdessen kam ein deutlicher Rückgang. Über die letzten drei Monate gerechnet ergibt sich damit nur noch ein sehr niedriger durchschnittlicher Stellenaufbau. Das spricht dafür, dass es sich nicht einfach um ein zufälliges Ausreißerquartal in den Daten handelt, sondern um einen klar schwächeren Trend in der Jobmaschine der USA.

Für die US-Notenbank macht das die Lage komplizierter. Ein schwächerer Arbeitsmarkt würde für sich genommen die Tür für Zinssenkungen weiter öffnen. Gleichzeitig sorgen gestiegene Energiepreise und geopolitische Risiken für neue Inflationsunsicherheit. Der Februarbericht verschiebt die Diskussion deshalb nicht automatisch in Richtung sofortiger Lockerung, sondern verschärft den Zielkonflikt. Die Fed muss abwägen, ob sie stärker auf die weicheren Konjunktursignale reagiert oder zunächst verhindern will, dass neue Kostenimpulse den Inflationspfad erneut nach oben drücken.

Unterm Strich ist der Bericht ein Warnsignal, aber noch kein Beleg für einen abrupten Einbruch. Solide Lohnzuwächse und die weiterhin relativ niedrige Arbeitslosenquote sprechen gegen ein Krisenszenario. Dennoch ist der Richtungswechsel unübersehbar: Die Beschäftigung wächst nicht mehr verlässlich, die Beteiligung am Arbeitsmarkt geht zurück und mehrere konjunktursensible Branchen bauen Stellen ab. Für Unternehmen, Konsumenten und Geldpolitik ist damit eine neue Lage entstanden. Der Arbeitsmarkt ist nicht kollabiert, aber er hat seine frühere Rolle als nahezu unangreifbare Stütze der US-Konjunktur vorerst verloren.