Verträge über mehr als Mrd.: Obskure Firma mit Trump‑Verbindungen drängt auf wichtige Balkanstrom‑/Gasinfrastruktur
Eine bislang kaum aktive Firma, AAFS Infrastructure and Energy, steht kurz vor dem Zuschlag für eine Pipelinekonzession im Westbalkan. Das Unternehmen verknüpft lokale Repräsentanten mit US‑Beratern, die dem Umfeld von Donald Trump zugerechnet werden.
Im Mittelpunkt stehen die Eigentumsverhältnisse und die persönlichen Verbindungen hinter AAFS. Die in Sarajevo registrierte Gesellschaft wurde 2021 von Amer Bekan angemeldet; er führt das Unternehmen vor Ort als Repräsentant. Bekan beschreibt sich in öffentlichen Profilen als Investor und Unternehmer und hat in der Vergangenheit politisch kandidiert. Die bosnische Firma ist inzwischen einer US‑Muttergesellschaft zugeordnet, die im November registriert worden sein soll.
Zugleich rücken zwei US‑Kontaktpersonen in den Blick: ein Anwalt mit Büroadresse bei der Binnall Law Group in Washington und ein weiterer Vertreter, der als Bruder eines früheren nationalen Sicherheitsberaters identifiziert wird. Beide Personen waren demnach Teil der Kampagne, die das Wahlergebnis 2020 anfocht. US‑Beamte haben gegenüber Entscheidungsträgern deutlich gemacht, dass die Regierung für das AAFS‑Vorhaben politischen Rückhalt wünscht.
In Sarajevo fanden Rechercheteams bei einem Vor-Ort‑Besuch keine Hinweise auf operative Infrastruktur in großem Maßstab; AAFS tritt dort mit einer kleinen Adresse auf und hat Ambitionen auf Ausbau angekündigt. Weder die Firma noch die genannten US‑Vertreter legten öffentlich Details zur Finanzierung, zu Zeitplänen oder zu technischen Nachweisen für ein Projekt dieser Größenordnung vor.
Konkrete Vertragsabschlüsse oder offizielle staatliche Zusagen waren zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht dokumentiert. Die bislang verfügbaren Informationen zeichnen jedoch ein Bild davon, wie wirtschaftliche Großprojekte in der Region mit transatlantischen politischen Netzwerken verknüpft werden.