Washington: Leiche nach Kollaps eines Chemietanks in Papierfabrik geborgen – Todesopferzahl steigt auf neun
Bei Nippon Dynawave in Longview riss ein Tank mit über 500.000 Gallonen ätzender Flüssigkeit ein und überschwemmte das Werksgelände; die Suche nach zwei noch Vermissten dauert an.
- Bergungsarbeiten gestalten sich schwierig wegen verbleibender chemischer Gefahren
- Identifikation und Dekontamination der Überreste dauern an.
Nach Angaben lokaler Einsatzkräfte haben Rettungsteams am Freitag die Leiche eines weiteren Opfers des Tankzusammenbruchs in der Papierverpackungsfabrik von Nippon Dynawave in Longview geborgen. Damit stieg die bestätigte Zahl der Todesopfer auf neun; zwei Beschäftigte gelten weiterhin als vermisst.
Im Mittelpunkt der laufenden Einsätze steht die schwierige und methodische Bergung unter gefährlichen Bedingungen. Ein Tank mit mehr als 500.000 Gallonen einer Mischung, die zur Aufschlussbereitung von Holz verwendet wird, war am Dienstagmorgen eingestürzt und hatte eine Flut ätzender Flüssigkeit freigesetzt. Die Wucht des Ausbruchs war groß genug, um Pick-up-Fahrzeuge umzuwerfen und zu Gebäudeschäden auf dem Werksgelände zu führen.
Nach dem Schritt, der zur Bergung führte, erklärten Einsatzkräfte, dass die Arbeiten durch weiterhin vorhandene chemische Gefahren und weitere industrielle Risiken erheblich behindert würden. Teams arbeiteten eng mit Ingenieuren zusammen, um zu prüfen, welche beschädigten Bereiche gefahrlos betreten werden können. Gefundene Überreste müssen vor der Übergabe an das Gerichtsmedizinische Institut dekontaminiert werden; dasselbe gilt für die Rettungskräfte, die in der Gefahrenzone gearbeitet haben.
Zugleich hat das Unglück mehrere Verletzte gefordert; unter den Betroffenen ist mindestens ein Feuerwehrmann. Mehrere der Verletzten erlitten Verätzungen oder Atemwegsschäden durch eingeatmete Dämpfe, teilten die Behörden mit. Namen der Opfer wurden bisher nicht offiziell freigegeben, doch Angehörige und Freunde haben in sozialen Medien inzwischen einzelne Todesfälle bestätigt und Hilfsaufrufe für die betroffenen Familien gestartet.
Inzwischen läuft eine Untersuchung zur Unfallursache. Lokale Stellen ordnen das Ereignis zu den tödlichsten Arbeitsunfällen in den USA der letzten Jahre. Der japanische Mutterkonzern Nippon Paper Group erklärte, man spreche den Hinterbliebenen sein Mitgefühl aus und verfolge die Lage aufmerksam. Die Suche nach den noch Vermissten soll so lange wie nötig fortgesetzt werden, wobei Sicherheit und Dekontaminationsmaßnahmen Vorrang haben.