ALERT Act: Luftfahrtbranche unterstützt umfassendes Sicherheitsgesetz nach DCA-Zusammenstoß
Luftfahrtverbände, Gewerkschaften und Unternehmen signalisieren Unterstützung für den ALERT Act, mit dem das Repräsentantenhaus die Umsetzung von NTSB-Empfehlungen gesetzlich absichern will.
- Der Transportausschuss veröffentlichte am 21. Februar eine breite Liste von Unterstützern für den ALERT Act (HR 7613).
- Das Paket reagiert auf den Zusammenstoß nahe dem Flughafen Reagan National 2025 und greift die 50 Empfehlungen des NTSB-Berichts AIR-26-02 vom 27. Januar 2026 auf.
- Vorgesehen sind unter anderem Vorgaben für Kollisionswarn- und Vermeidungstechnik, Hubschrauberrouten und Flugsicherungsverfahren.
- Unterstützer reichen von Airline-Verbänden und Pilotenorganisationen bis zu Mechaniker- und General-Aviation-Verbänden.
- Die weitere Debatte dürfte sich auf Umsetzungsfristen, Nachrüstpflichten und die Koordination mit militärischem Flugbetrieb konzentrieren.
Im US-Repräsentantenhaus nimmt die Debatte über zusätzliche Sicherheitsauflagen für den Luftverkehr wieder Fahrt auf. Am Samstag veröffentlichte der Ausschuss für Transport und Infrastruktur eine Unterstützerliste für den Airspace Location and Enhanced Risk Transparency (ALERT) Act of 2026 (H.R. 7613). Der Gesetzentwurf wurde nach Ausschussangaben am 20. Februar von den Spitzen des Transport- und des Streitkräfte-Ausschusses eingebracht und versteht sich als umfassende Antwort auf den tödlichen Zusammenstoß von American-Airlines-Flug 5342 mit einem UH‑60-Black-Hawk-Hubschrauber in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport (DCA) im Jahr 2025.
Zentraler Bezugspunkt ist die Untersuchung der National Transportation Safety Board (NTSB). Im Untersuchungsbericht AIR-26-02 vom 27. Januar 2026 formulierte die Behörde insgesamt 50 Empfehlungen an FAA, US Army und weitere Stellen. Der ALERT Act soll nach Angaben der Ausschüsse diese Empfehlungen gesetzlich aufgreifen und die Umsetzung in Technik, Verfahren und Aufsicht beschleunigen.
Der Gesetzentwurf sieht unter anderem Anforderungen für Kollisionsvermeidungs-, Kollisionsminderungs- und Warnsysteme für Starrflügler und Rotorcraft vor und greift die Frage auf, wie Warnlogik und Einsatzgrenzen in kritischen Flugphasen gestaltet werden. Weitere Bausteine betreffen die Überarbeitung von Hubschrauberrouten und -separation rund um große Flughäfen, Maßnahmen gegen Loss-of-Separation-Vorfälle („Near Misses“), eine Stärkung von Ausbildung und Verfahren in der Flugsicherung sowie ein Review der Sicherheitskultur der Federal Aviation Administration (FAA). In einem eigenen Titel adressiert das Paket außerdem die Schnittstellen zwischen ziviler Luftfahrt und Aktivitäten des Verteidigungsministeriums, inklusive Daten- und Koordinationsfragen.
Zu den Unterstützern zählen nach der Ausschussmitteilung Branchen- und Berufsverbände wie Airlines for America (A4A), die Aircraft Owners and Pilots Association (AOPA), die National Business Aviation Association (NBAA), Piloten- und Mechanikerorganisationen sowie weitere Stakeholder aus der Luftfahrtindustrie. Viele der Stellungnahmen betonen, dass ein einheitliches Gesetzespaket schneller Wirkung entfalten könne als einzelne Teilreformen, und verweisen auf die Notwendigkeit, Technik- und Prozessänderungen mit Human-Factors-Aspekten und Datenschutzfragen – etwa bei der Nutzung von Positionsdaten – zusammenzudenken.
Mit der Veröffentlichung der Unterstützerliste steigt der politische Druck, das Paket zeitnah in den Gesetzgebungsprozess zu bringen. Für die weitere Behandlung sind Ausschussarbeit, mögliche Änderungen sowie ein Abgleich mit parallel laufenden Vorhaben im Kongress entscheidend. In der Sache dürfte die Auseinandersetzung vor allem darum gehen, welche Systeme verbindlich vorgeschrieben werden, wie schnell Nachrüstungen realistisch sind und wie militärische Flüge in dichter zivilen Luftraumstrukturen besser dekonfliktiert werden können.