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Analyse: Mindestens vier iran-verknüpfte Schiffe haben offenbar US-Blockadelinie im Golf von Oman passiert

Schiffs-Tracking-Daten legen nahe, dass mehrere sanktionierte Einheiten die von den USA benannte Blockadelinie im Golf von Oman passiert haben; das US-Militär meldet gleichzeitig umgedrehte Schiffe und zeigte eine Karte der Sperrzone.

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Titelbild: Analyse: Mindestens vier iran-verknüpfte Schiffe haben offenbar US-Blockadelinie im Golf von Oman passiert
  • Daten deuten darauf hin, dass drei sanktionierte Schiffe vor Indien und ein Frachter in Karachi die US-Blockadelinie überschritten haben
  • das US-Militär spricht von 14 Kursänderungen in den ersten 72 Stunden.

Nach Angaben einer BBC Verify-Analyse von Schiffs-Tracking-Daten haben mindestens vier Schiffe, die in iranischen Häfen geführt werden, seit Inkrafttreten der von den USA erklärten Blockade offenbar die von Washington benannte Linie im Golf von Oman überschritten. Diese Positionsmeldungen legen nahe, dass die betroffenen Einheiten die von US-Streitkräften markierte Sperrzone durchquerten.

Im Mittelpunkt der Analyse stehen drei unter US-Sanktionen geführte Einheiten — Shabdis, Tava 4 und Azargoun — die zuletzt Positionen vor der Küste Indiens übermittelten. Ein weiteres als Ashkan3 25278 gelistetes Frachtschiff meldete seine Lage im Hafen von Karachi in Pakistan. Zusammengenommen stützen diese Signale die Einschätzung, dass zumindest diese vier Schiffe die Blockadelinie passiert haben.

Nach dem Schritt, die Blockade zu verhängen, stellte das US-Militär eine Karte vor, die eine Linie von der östlichen Spitze Omans bis zur iranisch-pakistanischen Grenze zeigt und die nach Darstellung Washingtons für Schiffe gilt, die in oder aus iranischen Häfen fahren. Bei einer Pressekonferenz führte General Dan Caine an, dass in den ersten 72 Stunden seit Beginn der Maßnahme 14 Schiffe auf Anweisung der amerikanischen Streitkräfte den Kurs änderten und zurückdrehten.

Zugleich nennt die Analyse weitere Fälle: Mindestens drei zusätzliche tankergroße Schiffe mit US-Sanktionen haben demnach die Blockadelinie passiert, wurden jedoch nicht gestoppt, weil sie keine direkte Verbindung zu iranischen Häfen meldeten. Das US-Militär teilte zudem mit, bislang keine Schiffe geentert zu haben.

Daneben weisen Experten auf eine methodische Einschränkung hin: Die genutzten Positionsdaten beruhen auf freiwillig ausgesandten Signalen, die abgeschaltet oder verfälscht werden können. Solche Manipulationen, als ‚Spoofing‘ bezeichnet, sind bei sanktionierten Einheiten bekannt und können Nachverfolgung und Bewertung der Bewegungen erschweren.

Unterdessen fällt der Vorfall in eine Phase erhöhter Spannungen um die Straße von Hormus, die seit Wochen durch militärische Aktionen und Gegenmaßnahmen belastet ist. Die Blockade bleibt nach Angaben der US-Seite in Kraft, während Teheran erklärt hat, die Meerenge während der vereinbarten Feuerpause offen zu halten.