Aston Martin weit hinter der Spitze – Chassisprobleme belasten Team neben Honda‑Motor
BBC‑Korrespondent zufolge ist mehr als die Hälfte des Rückstands von Aston Martin dem Chassis zuzuschreiben; zugleich bleiben Safety‑Car‑Regeln umstritten.
Nach Angaben der BBC entfällt ein Großteil des Zeitdefizits von Aston Martin gegenüber den Spitzenreitern nicht allein auf den Honda‑Antrieb, sondern auf Schwächen des Chassis. Diese Einschätzung brachte während des Japan‑Grand‑Prix‑Wochenendes eine hochrangige, fachkundige Quelle vor, und sie stimmt mit den Beobachtungen anderer Teams überein, die sich an GPS‑Daten orientieren, um Geschwindigkeitsunterschiede auf einzelnen Streckenabschnitten zu analysieren.
Zugleich zeigen die Ergebnisse der ersten Saisonrennen ein deutliches Leistungsdefizit: Über vier Qualifikationssessions lag Aston Martin im Mittel 3,6 Sekunden hinter der Spitze. Zum Vergleich: Alpine lag im Schnitt 1,268 Sekunden zurück, Haas 1,567 Sekunden. Diese Unterschiede legen nahe, dass ein reiner Motorwechsel das Defizit nicht vollständig ausgleichen würde; demnach beruhe der größere Anteil der verlorenen Zeit auf fahrwerksbedingten Nachteilen.
Inzwischen hat Teamchef Adrian Newey eingeräumt, dass das Auto Mängel aufweist. Technische Probleme, die genannt werden, betreffen unter anderem ein zu hohes Gewicht und auffällige Schwächen in schnellen Kurven. Außerdem sorgt eine anhaltende Debatte über starke Vibrationen für zusätzliche Unsicherheit: Unklar ist, ob diese primär vom Motor selbst ausgehen oder ob die Art der Motorbefestigung am Chassis die Schwingungen verstärkt und damit das Fahrverhalten weiter beeinträchtigt.
Daneben bleibt die genaue Aufschlüsselung, welcher Anteil des Rückstands auf Motor oder Chassis entfällt, schwierig zu bestimmen. Das Verhalten des Antriebs wirkt sich ebenfalls auf das Kurvenverhalten aus, sodass eine saubere Trennung der Effekte praktisch nicht möglich ist. Fest steht, dass sowohl das Chassis als auch der Motor Verbesserungsbedarf haben und beide Seiten umfangreiche Entwicklungsarbeit leisten müssen, um wieder konkurrenzfähig zu werden.
Gleichzeitig sorgen Regelungen rund um Safety‑Car‑Stops weiter für Diskussionen im Fahrerlager. Kritiker bemängeln, dass die vorhandenen Bestimmungen Rennen durch glücksabhängige Stopps verzerren können und beim Japan‑Grand‑Prix signifikanten Einfluss auf das Rennergebnis hatten. Solche Debatten dürften die Gremien beschäftigen, während Aston Martin und seine Partner an technischen Lösungen arbeiten, um den Rückstand aufzuholen.