Australiens höchstdekorierter Soldat weist Mordanklagen zurück und will kämpfen
Ben Roberts‑Smith, Victoria‑Cross‑Träger und ehemaliges SAS‑Mitglied, hat nach seiner Festnahme alle Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, er wolle seinen Namen vor Gericht endgültig klären.
Nach Angaben der Behörden hat Ben Roberts‑Smith, Australiens höchstdekorierter lebender Soldat, alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit mutmaßlichen Kriegsverbrechen zurückgewiesen. In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme seit der Anklage sagte der 47‑Jährige, er sei stolz auf seinen Dienst in Afghanistan und wolle die Anschuldigungen nutzen, um seinen Namen vor Gericht zu klären. Er betonte, er habe sich sein Leben lang nicht vor einem Kampf gedrückt.
Im Mittelpunkt der Vorwürfe stehen mutmaßliche Tötungen unbewaffneter afghanischer Gefangener in den Jahren 2009 bis 2012. Die Anklage umfasst einen Tatvorwurf wegen Mordes, einen wegen gemeinschaftlicher Begehung eines Mordes und drei weitere Punkte wegen Beihilfe beziehungsweise Anstiftung. Roberts‑Smith, ein ehemaliger Unteroffizier des Special Air Service (SAS), bestreitet diese Vorwürfe nachdrücklich.
Zugleich erinnert der aktuelle Strafprozess an das 2023 abgeschlossene zivilrechtliche Verleumdungsverfahren, in dem ein Gericht auf der Grundlage der vorgelegten Beweise einzelne Vorwürfe als im Wesentlichen zutreffend bewertete. Roberts‑Smith legte gegen diese Entscheidung Berufung ein, die jedoch zurückgewiesen wurde. Das zivilrechtliche Verfahren hatte bereits zuvor breite Aufmerksamkeit erregt, weil es erstmals gerichtliche Fragen zu mutmaßlichen Kriegsvergehen australischer Soldaten behandelte.
Inzwischen war Roberts‑Smith Anfang April am Flughafen Sydney festgenommen worden; am Freitag wurde er gegen Kaution aus der Haft entlassen. Der Richter bezeichnete seinen Fall als außergewöhnlich und wies darauf hin, dass vor einer Verhandlung längere Verfahrenszeiten möglich seien. Roberts‑Smith verweigerte es, Fragen von Journalisten zu beantworten, und beschrieb seine Festnahme als ein unnötiges Spektakel.
Daneben hat Roberts‑Smith angekündigt, sich vor Gericht verteidigen zu wollen. Die Anklagen markieren den Beginn eines strafrechtlichen Verfahrens mit hoher öffentlicher Aufmerksamkeit; konkrete Termine für Vorverhandlungen oder einen Prozess wurden bislang nicht bekanntgegeben. Wie lange das Verfahren dauern wird und welche Beweisergebnisse vor Gericht verhandelt werden, bleibt offen.