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Berkshire Hathaway: Operating Earnings 2025 bei 44,5 Mrd USD, Liquidität über 370 Mrd USD

Berkshire Hathaway hat seinen Jahresbericht veröffentlicht, operative Gewinne von 44,5 Mrd USD für 2025 ausgewiesen und in der ersten CEO-Botschaft von Greg Abel Kontinuität in der Kapitalallokation betont.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Berkshire Hathaway: Operating Earnings 2025 bei 44,5 Mrd USD, Liquidität über 370 Mrd USD
  • Der Aktionärsbrief nennt Operating Earnings von 44,5 Mrd USD im Jahr 2025 nach 47,4 Mrd USD im Vorjahr.
  • Greg Abel verweist auf eine Liquiditätsposition aus Cash und US-Staatsanleihen von über 370 Mrd USD.
  • Im Quartalsbericht wurden erneut keine Aktienrückkäufe ausgewiesen, während Berkshire per saldo weiter Aktien veräußerte.
  • Der Ergebnisbeitrag aus dem Versicherungsgeschäft schwächte sich ab; andere Segmente wie Industrie und Bahn zeigten ein gemischtes Bild.
  • Der Bericht enthält auch Wertanpassungen im Aktienportfolio, darunter eine größere Abschreibung auf die Beteiligung an Occidental.

Berkshire Hathaway hat am 28. Februar den Jahresbericht und die begleitenden Ergebnisunterlagen für 2025 online gestellt. Im Aktionärsbrief wird für das Gesamtjahr ein operativer Gewinn von 44,5 Mrd USD ausgewiesen, nach 47,4 Mrd USD im Jahr 2024. Damit bleibt die Kennzahl zwar über dem Fünfjahresdurchschnitt, zeigt aber, dass der Rückenwind aus dem Versicherungsgeschäft und aus Kapitalerträgen nicht mehr so stark war wie im Vorjahr. Das Unternehmen weist ausdrücklich darauf hin, dass der ausgewiesene Nettörtrag nach US-GAAP wegen Bewertungsgewinnen und -verlusten im Wertpapierportfolio stark schwanken kann.

Besonders beachtet wurde die erste Aktionärsbotschaft des neün CEO Greg Abel. Abel stellt darin keine strategische Kehrtwende in Aussicht, sondern knüpft an die Grundsätze der bisherigen Kapitalallokation an: hohe Liquiditätsreserven, selektive Zukäufe und ein Fokus auf langfristig ertragreiche Tochtergesellschaften. Im Brief wird die Größenordnung der jederzeit verfügbaren Mittel hervorgehoben: Cash und US-Treasuries liegen laut Berkshire inzwischen bei über 370 Mrd USD. Diese Reserve verschafft Flexibilität, erhöht aber zugleich den Erwartungsdruck, weil Investoren nach großen Einsatzmöglichkeiten suchen.

Die Unterlagen zeigen, dass Berkshire weiterhin vorsichtig bei Rückkäufen bleibt. Für das vierte Quartal und den Jahresauftakt wurden erneut keine nennenswerten Aktienrückkäufe ausgewiesen. Gleichzeitig war das Konglomerat über das Jahr hinweg netto Verkäufer von Aktien, was den Liquiditätsaufbau zusätzlich verstärkte. Das ist auch ein Signal an den Markt: Bei den aktüllen Bewertungen sieht das Management offenbar nur begrenzten Spielraum, eigenes Kapital mit überzeugender Rendite in die eigene Aktie zu lenken.

Auf Segmentebene lag das Augenmerk erneut auf dem Versicherungskomplex, der in den vergangenen Jahren eine zentrale Ergebnisstütze war. Der operative Beitrag aus Underwriting und aus dem Anlageergebnis fiel schwächer aus, unter anderem wegen veränderter Zins- und Schadenmuster. In anderen Bereichen ergab sich ein gemischtes Bild: Einige Industrie- und Servicegeschäfte konnten zulegen, während Teile des Energie- und Konsumgüterportfolios unter Druck blieben. Zusätzlich belasten Wertanpassungen im Beteiligungsportfolio das ausgewiesene Ergebnis, darunter eine größere nicht zahlungswirksame Abschreibung auf die Occidental-Beteiligung.

Für Abel beginnt damit die Phase, in der sich die Nachfolge nach Warren Buffett in Zahlen und Entscheidungen messen lässt. Der Jahresbericht liefert die Eckdaten, beantwortet aber nicht die Kernfrage, wann und in welchem Umfang Berkshire seine Liquidität wieder in große Übernahmen, Beteiligungsaufstockungen oder Rückkäufe lenkt. Entscheidend werden daher die kommenden Quartalsberichte und der Ton der Hauptversammlung in Omaha: Dort dürfte Abel genaür darlegen, wie er in einem Umfeld mit hoher geopolitischer Unsicherheit und wechselhaften Kapitalmarktbewertungen Prioritäten setzt.