Cambodianischer Ex-Häftling berichtet von Abschiebung in Eswatini und Haftbedingungen
Pheap Rom berichtet, er sei nicht nach Kambodscha, sondern nach Eswatini gebracht worden und habe dort Monate in einem Hochsicherheitsgefängnis verbracht.
Nach Angaben des Betroffenen landete er statt in seinem Herkunftsland in Eswatini und verbrachte dort mehrere Monate hinter Gittern. Pheap Rom, der als Kind als Flüchtling in die USA kam und eine 15-jährige Freiheitsstrafe für vier Anklagepunkte wegen versuchten Mordes abgesessen hatte, sagte, er habe eine Abschiebung nach Kambodscha erwartet und diese akzeptiert.
Im Mittelpunkt steht Roms Darstellung, dass er im Oktober 2025 zu einer Gruppe von zehn Männern gehörte, die aus den USA nach Eswatini gebracht wurden; zuvor waren im Juli bereits fünf weitere Männer dorthin deportiert worden. Die US-Behörden bezeichneten die Betroffenen als gefährliche Straftäter. Die Anwälte der Männer entgegnen, die Betroffenen hätten bereits ihre US-Strafen verbüßt und stünden nicht zur weiteren Inhaftierung in einem Drittland aus.
Nach dem Schritt der Mitteilung über die Abschiebung habe Rom keine Möglichkeit mehr gehabt, mit einem Anwalt zu sprechen; seine Einwände seien unbeachtet geblieben. Er schilderte die Überstellung als demütigend und restriktiv: Die zehn Männer seien angekettet und über 21 Stunden eng in ein Flugzeug gebracht worden. Bei der Ankunft seien sie von bewaffnetem Militär empfangen und unverzüglich in den Matsapha Correctional Complex, ein Hochsicherheitsgefängnis, gebracht worden.
Zugleich beschrieb Rom die Haftbedingungen in Eswatini als entbehrungsreich. Anfangs habe es nur kurze Freilaufzeiten und ein einziges Telefonat pro Woche gegeben; Hygienematerial sei knapp bemessen gewesen. Die psychische Belastung und Einschüchterungen innerhalb der Gruppe hätten sich zugespitzt; ein Mithäftling sei demnach einen 30-tägigen Hungerstreik angetreten.
Daneben schilderte Rom, dass sich die Lage später leicht verbessert habe: Mobiltelefone seien freigegeben, die Außenzeiten verlängert und wöchentliche Besuche eines Shops erlaubt worden. Schließlich wurde Rom eigenen Angaben zufolge am 26. März nach Kambodscha überstellt; zuvor hatte einer der anderen Deportierten, Orville Etoria, bereits die Rückkehr nach Jamaika angetreten.
Inzwischen werfen Roms Schilderungen grundsätzliche Fragen über die Praxis der Abschiebung in Drittstaaten auf, etwa zur notwendigen Rechtsberatung und zur Behandlung von Menschen, die in den USA bereits Strafen verbüßt haben. Rom betonte, er habe die Abschiebung akzeptiert, wolle aber darauf aufmerksam machen, dass noch Menschen in einem fremden Gefängnissystem verblieben seien.