Case‑Shiller: US-Hauspreise wachsen 2025 nur noch um 1,3% – Sun‑Belt‑Märkte unter Druck
Der S&P Cotality Case‑Shiller Home Price Index zeigt für Dezember 2025 eine Jahressteigerung von 1,3% und einen Rückgang von 0,3% gegenüber dem Vormonat, während mehrere Sun‑Belt‑Metros ins Minus rutschten.
- Das jährliche Plus lag im Dezember 2025 bei 1,3% und damit laut Cotality so niedrig wie zuletzt 2011.
- Monatlich sank der nicht saisonbereinigte Index um 0,3% und lag damit rund 0,3% unter dem Vor‑Pandemie‑Durchschnitt.
- In der 20‑City‑Betrachtung führten Chicago (+5,3%), New York (+5,1%) und Cleveland (+4,0%) das Jahreswachstum an.
- Neun Metros verzeichneten Jahresrückgänge, darunter Tampa mit -2,9%.
- Auf Monatsbasis fielen Minneapolis und Denver jeweils um -0,7%, während San Diego als einzige Metro im 20‑City‑Index mit +0,4% zulegte.
Der US‑Immobilienmarkt hat das Jahr 2025 mit deutlich gebremstem Preisdruck beendet. Nach Angaben von Cotality (vormals CoreLogic) stieg der nationale S&P Cotality Case‑Shiller Home Price Index im Dezember 2025 im Jahresvergleich um 1,3% – der schwächste Zuwachs seit 2011, als der Markt nach der Finanzkrise sein Tief markierte. Gleichzeitig ging der Index im Monatsvergleich (nicht saisonbereinigt) um 0,3% zurück und lag damit rund 0,3% unter seinem Vor‑Pandemie‑Durchschnitt.
Cotality beschreibt den Markt als „Pattsituation“ zwischen Käufer- und Verkäuferseite: Viele potenzielle Käufer seien angesichts der Finanzierungskosten und der Preisniveaus nicht bereit oder nicht in der Lage, die aktuellen Angebotspreise zu tragen. Auf der anderen Seite sind viele Eigentümer zurückhaltend, ihre Preisvorstellungen zu senken, und entscheiden sich eher für Delisting, als Abschläge zu akzeptieren. Dieses Verhalten dämpft Transaktionsvolumen und verstärkt das Bild eines zähen Marktes.
Ein Blick in die Metrodaten zeigt eine klare regionale Spreizung. In der 20‑City‑Betrachtung verzeichneten sieben Metros noch positives Wachstum im Jahresvergleich. Besonders stark waren Chicago (+5,3%), New York (+5,1%) und Cleveland (+4,0%). Demgegenüber meldete Cotality neun Metros mit Jahresrückgängen – darunter Tampa mit -2,9%. Das Muster passt zu der These, dass höhere Zinsen vor allem zuvor stark überhitzte Sun‑Belt‑Märkte belasten, in denen Preisniveaus schneller als lokale Einkommen gestiegen sind.
Auch bei den Monatsbewegungen kühlt die Dynamik ab. Laut Cotality lag das monatliche Wachstum in 15 von 20 Metros unter den historischen Durchschnittswerten. Minneapolis und Denver wiesen mit jeweils -0,7% die stärksten Rückgänge aus, was Cotality mit einem deutlichen Anstieg neuer Listings und einer Verschiebung der Verhandlungsmacht zugunsten der Käufer verbindet. San Diego stach in diesem Umfeld als Ausreißer nach oben heraus und verzeichnete einen Monatsanstieg von +0,4%.
Die Preisanpassungen trafen zudem die Segmente unterschiedlich. Cotality berichtet, dass die Rückgänge bei niedrig- und mittelpreisigen Häusern im Schnitt stärker ausfielen (‑0,4% bzw. ‑0,3% im Monat), während hochpreisige Objekte um 0,2% nachgaben. Das spricht dafür, dass die Kombination aus Zinsniveau und Kaufkraftgrenzen den breiten Markt stärker trifft, während hochpreisige Lagen tendenziell weniger volatil reagieren.
Für 2026 zeichnet Cotality ein Szenario moderater Veränderungen. Potenziell leicht sinkende Hypothekenzinsen könnten die Aktivität stützen, doch ein schneller „Rebound“ gilt als unwahrscheinlich. Solange die Lücke zwischen Verkäufererwartungen und Käufererschwinglichkeit groß bleibt, dürften Preissteigerungen nominal niedrig bleiben und das Marktgleichgewicht nur schrittweise zurückkehren.