Delta kündigt deutliche Reduktion von Wachstum an und erwartet 300 Mio. Dollar Vorteil von Raffinerie
Angesichts stark gestiegener Kerosinpreise will Delta kurzfristig das Kapazitätswachstum deutlich drosseln. Die Airline meldet ein bereinigtes Ergebnis je Aktie über Erwartungen und erwartet einen Raffinerieeffekt von rund 300 Mio. USD im zweiten Quartal.
Nach Angaben von Delta Air Lines will die Gesellschaft ihre Kapazitätspläne in der nahen Zukunft bedeutend reduzieren. Vorstandschef Ed Bastian nannte als Treiber der Entscheidung den starken Anstieg der Treibstoffkosten, der die Betriebsausgaben deutlich nach oben treibe.
Im Mittelpunkt der Mitteilung standen zugleich die vorgelegten Quartalszahlen: Das bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich auf 64 Cent und damit über den Konsenserwartungen von 57 Cent. Die Umsatzerlöse lagen bei 14,2 Milliarden US‑Dollar und damit leicht oberhalb der durchschnittlichen Analystenschätzungen von rund 14 Milliarden.
Zugleich gab Delta eine Aussicht für das zweite Quartal: Das Unternehmen erwartet einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,00 und 1,50 US‑Dollar sowie ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Für das Quartal rechnet die Airline mit All‑in‑Kraftstoffkosten von etwa 4,30 Dollar je Gallone.
Daneben nannte Delta konkrete Größenordnungen zum Kostendruck: Das Treibstoffbudget soll in diesem Quartal um rund 2 Milliarden Dollar höher ausfallen. Als Reaktion auf die gestiegenen Kosten haben Delta, United und JetBlue gemeinsam die Gebühren für aufgegebenes Gepäck erhöht.
Unterdessen hob Delta die Bedeutung der eigenen Raffinerie hervor. Für das zweite Quartal erwartet die Airline einen Vorsteuergewinn von rund 1 Milliarde Dollar und einen speziellen Vorteil von etwa 300 Millionen Dollar aus der Raffinerie, die Kerosin und andere Produkte herstellt. Bastian betonte, dass das Werk einen Puffer gegen anhaltend hohe Kerosinpreise biete, solange diese erhöht blieben.
Gleichzeitig reagierten die Märkte unmittelbar: Die Aktie stieg im vorbörslichen Handel um mehr als 11 Prozent, nachdem die Ölpreise nach geopolitischen Entwicklungen gefallen waren. Delta machte jedoch deutlich, dass Unsicherheit über die Dauer des Kerosinschocks bestehe und das Unternehmen sein volles Jahresziel vorerst nicht anpasse, bis die Entwicklung der Treibstoffkosten klarer werde.