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Druck auf Festivalveranstalter: Kanye West soll Auftritt in London verlieren

Nach Kritik von Premier Keir Starmer und dem Rückzug von Pepsi wächst der Druck auf die Veranstalter, den Rapper Kanye West (Ye) vom Line-up des Wireless Festival zu nehmen.

AP 2 Min Lesezeit
Titelbild: Druck auf Festivalveranstalter: Kanye West soll Auftritt in London verlieren
  • Pepsi beendet Sponsorenschaft
  • Premier nennt Buchung besorgniserregend — Forderungen an weitere Sponsoren und Veranstalter nehmen zu.

Nach Angaben wächst der politische und mediale Druck, den US-Rapper Kanye West, auch bekannt als Ye, als Headliner des diesjährigen Wireless Festival in London zu streichen. Die Veranstaltung soll vom 10. bis 12. Juli im Finsbury Park stattfinden und über drei Nächte rund 150.000 Besucher anziehen.

Zugleich gab Pepsi bekannt, seine Rolle als Hauptsponsor des Festivals aufzugeben; die Werbung lief zuvor unter dem Schriftzug Pepsi presents Wireless. Das Unternehmen nannte keinen konkreten Grund für den Rückzug. Andere Sponsoren wie Budweiser und PayPal stehen nun in der Kritik und werden aufgefordert, dem Beispiel zu folgen.

Im Mittelpunkt der Kritik steht Premierminister Keir Starmer, der die Buchung des Künstlers als tief besorgniserregend bezeichnete und betonte, Antisemitismus müsse entschieden bekämpft werden. Der öffentliche Druck richtet sich damit nicht nur an die Veranstalter, sondern auch an Sponsoren, die Verantwortung für die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden der jüdischen Gemeinschaft in Großbritannien tragen.

Der Fall beruht auf einer Reihe umstrittener Äußerungen und Handlungen des 48-jährigen Musikers in den vergangenen Jahren. Er hatte wiederholt antisemitische Aussagen getätigt, Bewunderung für Adolf Hitler geäußert und wurde mit der Veröffentlichung eines Songs mit provokantem Titel sowie dem Verkauf eines T-Shirts mit swastika-ähnlicher Symbolik in Verbindung gebracht. Im Januar veröffentlichte er eine Entschuldigung als ganzseitiges Inserat in der Wall Street Journal, in dem er sein Verhalten auf eine psychische Erkrankung zurückführte.

Daneben hat die Debatte lokale Sicherheitsbedenken befeuert: Zuletzt gab es in Großbritannien Vorfälle von antisemitischer Gewalt, darunter das Anzünden von Rettungswagen einer jüdischen Gemeindedienstleistung und tödliche Schüsse bei einem Angriff auf eine Synagoge in Manchester im vergangenen Oktober. Phil Rosenberg, Präsident des Board of Deputies of British Jews, bezeichnete die Entscheidung, West auftreten zu lassen, als völlig fehlgeleitet.

Gleichzeitig reagierte das Wireless Festival nicht unmittelbar auf Anfragen zu der Kontroverse. Während einige Konzertbesucher nach Wests kürzlichem Auftritt in Los Angeles offenbar zwischen Kunst und privaten Überzeugungen unterscheiden, verlangen Politik und Zivilgesellschaft nun, dass Veranstalter und Sponsoren Konsequenzen ziehen, um das Vertrauen und die Sicherheit der Betroffenen zu wahren.