Ehemalige Leiterin von Feeding Our Future zu fast 42 Jahren Haft wegen Betrugs verurteilt
Bundesrichter verhängt lange Haftstrafe gegen Gründerin einer Hilfsorganisation, die bundesweite Kinderernährungsprogramme während der Covid-19-Pandemie ausgenutzt haben soll; Verfahren gilt als größter Pandemie-Betrugsfall in den USA.
Nach Angaben des Gerichts hat ein Bundesrichter Aimee Bock, die Gründerin der Hilfsorganisation Feeding Our Future, zu nahezu 42 Jahren Haft verurteilt. Die Strafe folgte auf Verurteilungen wegen Verschwörung, Drahtbetrugs und Bestechung; den Behörden zufolge orchestrierte Bock ein Netzwerk, das Bundesprogramme zur Kinderernährung während der Covid-19-Pandemie ausnutzte.
Im Mittelpunkt der Anklagen stand ein System, das nach Angaben der Staatsanwaltschaft etwa 250 Millionen Dollar an unberechtigten Erstattungen generiert habe. Den Ermittlern zufolge habe das Netzwerk fingierte Verteilungsstellen betrieben, mit gefälschten Teilnehmerlisten gearbeitet und Bestechungszahlungen geleistet, um Erstattungen zu erschleichen und Mittel abzuzweigen, die für Mahlzeiten an Kinder vorgesehen waren.
Zugleich betonte die Staatsanwaltschaft in der Urteilsverhandlung, Bock sei nicht nur Nutznießerin gewesen, sondern habe das betrügerische System maßgeblich gelenkt und persönlich von den Handlungen profitiert. Die Ankläger beschrieben die Organisation als Dreh- und Angelpunkt eines großangelegten Betrugs, dessen Auswirkungen weit über einzelne Akteure hinausgingen.
Die Verteidigung forderte eine deutlich mildere Strafe und verwies auf Kooperationen mit Ermittlern sowie auf Bocks Darstellung, sie habe das Programm zugänglich machen wollen; Bock hatte wiederholt ihre Unschuld beteuert und zum Ausdruck gebracht, sie bedaure die Vorfälle. Dennoch plädierten die Ankläger auf eine harte Strafe und schilderten die begangenen Taten als schweren Missbrauch staatlicher Mittel.
Neben der Verurteilung Bocks ist der Fall Teil einer breiteren Ermittlung zu Missbrauch öffentlicher Sozial- und Gesundheitsmittel in Minnesota. In der vergangenen Woche wurden weitere Anklagen gegen mutmaßlich Beteiligte erhoben, darunter Vorwürfe gegen Leitungspersonen von Kinderbetreuungs- und Therapieeinrichtungen, denen ebenfalls erschlichene Erstattungen für nicht erbrachte Leistungen vorgeworfen werden.