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Elizabeth Warren kritisiert Warsh wegen unvollständiger Finanzangaben — Ethikfragen belasten Fed‑Nominierung

Kevin Warsh gibt Vermögenswerte von schätzungsweise 135 bis 226 Millionen US‑Dollar an, lässt aber Details zu Fondsbeteiligungen offen; Senatorin Warren kritisiert mangelnde Transparenz und mögliche Verstöße gegen Ethikregeln.

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Titelbild: Elizabeth Warren kritisiert Warsh wegen unvollständiger Finanzangaben — Ethikfragen belasten Fed‑Nominierung
Warren macht die fehlende Offenlegung von mehr als 100 Millionen Dollar an Vermögenswerten zum Prüfstein für Warsh’ Eignung als Fed‑Chef.

Nach Angaben der vorgelegten Finanzunterlagen besitzt der designierte Federal Reserve‑Vorsitzende Kevin Warsh Vermögenswerte im Umfang von etwa 135 bis 226 Millionen US‑Dollar. Ein großer Teil dieser Summe ist in Fondspositionen zusammengefasst, deren genaue Zusammensetzung Warsh in seinen Angaben nicht offenlegt.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen zwei Positionen, die in den Dokumenten jeweils lediglich als mehr als 50 Millionen Dollar bewertet werden und dem sogenannten Juggernaut Fund zugeordnet sind. Warsh beschreibt diese Anlagen als mit dem Duquesne Family Office verbunden, der Vermögensverwaltung des Investors Stanley Druckenmiller, bei dem er seit seinem Ausscheiden aus der Fed vor mehr als 15 Jahren tätig ist.

Nach dem Schritt, in den Unterlagen nicht näher zu erläutern, was sich in den Fonds verbirgt, beruft sich Warsh auf bestehende Verschwiegenheitsvereinbarungen und verweigert deshalb die detaillierte Offenlegung. Zugleich betont Senatorin Elizabeth Warren, dass die fehlenden Angaben zu mehr als 100 Millionen Dollar die Beurteilung möglicher Interessenkonflikte unmöglich machten.

Daneben weist eine Anmerkung eines Regierungs‑Ethikbeauftragten in den Unterlagen darauf hin, dass Warsh mit den nicht vollständig deklarierten Fondsbeteiligungen derzeit nicht den geltenden Ethikregeln entspricht. Warsh hat indes zugesagt, die betreffenden Anlagen innerhalb von 90 Tagen nach einer Bestätigung zu veräußern; nach diesem Schritt liege er wieder in Übereinstimmung mit den Regeln.

Zugleich rückt die Debatte die bislang ungelösten Ethikfragen an der Fed in den Blick: Seit 2022 gilt für Führungspersonen ein Verbot, einzelne Aktien, Anleihen, Kryptowährungen und bestimmte andere Vermögenswerte zu besitzen, nachdem frühere Handelsfälle für öffentliche Kritik gesorgt hatten. In diesem Umfeld wird Warsh’ Umgang mit seinem Vermögen als Maßstab dafür betrachtet, ob die Zentralbank stärker Transparenz herstellen kann.

Inzwischen traf Warsh nach eigenen Angaben Senatorin Warren; eine Anhörung im Senat ist für den kommenden Dienstag angesetzt. Weitergehende Erläuterungen zu den nicht offengelegten Fondspositionen liegen von den Beteiligten nicht vor.