Ex-Detective Rodney Harrison schildert, wie seine Taskforce den Gilgo‑Beach‑Täter überführte
Harrison skizziert, welche Hinweise und forensischen Verknüpfungen seine Taskforce auf Rex Heuermann als Hauptverdächtigen führten und welche Ermittlungsstrategien zum Durchbruch beitrugen.
Nach Angaben des ehemaligen Chefermittlers Rodney Harrison bildete er eine Taskforce, die schließlich Rex Heuermann als Verdächtigen im Gilgo‑Beach‑Fall ausmachte. Heuermann hatte sich vor Gericht schuldig bekannt, sieben Frauen ermordet und zusätzlich den Tod einer weiteren Frau eingeräumt; die Taten fasste Harrison als einen Zeitraum von 1993 bis 2010 zusammen.
Im Mittelpunkt von Harrisons Darstellung stand die Neuausrichtung der Ermittlungen nach seiner Ernennung zum Polizeikommissar von Suffolk County im Jahr 2020. Der Fall sei zu diesem Zeitpunkt schon lange ungelöst gewesen, mit nur einem dauerhaft zugewiesenen Ermittler und vorher teils nicht angenommener externer Hilfe, was die Arbeit behindert habe. Harrison betonte, dass gezielte Führung und Prioritätensetzung nötig gewesen seien, um die Arbeit der Ermittler zu bündeln.
Zugleich nannte Harrison konkrete Hinweise, die den Durchbruch ermöglichten. Eine Zeugenaussage aus dem Umfeld der Opfergruppe, insbesondere von Amber Costellos Mitbewohner, hatte einen groß gewachsenen Mann mit leerem Blick beschrieben und ein grünes Chevrolet Avalanche‑Pickup genannt. Diese Information habe bereits in den Akten gestanden, sei aber zuvor nicht ausreichend verfolgt worden; erst in der konzentrierten Untersuchung der Hausgemeinschaft sei sie entscheidend geworden.
Daneben hoben die Ermittler nach Harrisons Schilderung moderne forensische und digitale Methoden hervor. Interne Analysen führten im April 2022 zur Eingrenzung einer Person von Interesse; im Anschluss wurden Standortdaten aus Mobiltelefonen, Internetrecherchen und Kreditkartenbewegungen ausgewertet. Ein mitochondrialer DNA‑Abgleich zwischen Haaren auf einem Stück Sackleinen eines Opfers und DNA‑Spuren auf einer weggeworfenen Pizzakruste trug demnach zur Verbindung des Verdächtigen mit Tatorten bei.
Inzwischen betonte Harrison, dass die Kombination aus Führung, enger Kooperation zwischen Bezirksstaatsanwaltschaft und Ermittlern sowie das konsequente Aufgreifen bislang nicht vollständig genutzter Hinweise entscheidend war. Diese gebündelte Vorgehensweise habe letztlich zur Festnahme geführt.
Unterdessen wurde Heuermann nach den Ermittlungen im Juli 2023 festgenommen und später angeklagt. Harrison zeigte sich erleichtert darüber, dass die Verbrechen nun juristisch aufgearbeitet werden können und die Arbeit der Taskforce zu konkreten Ergebnissen geführt habe.