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Ex-US‑Softpower‑Chef warnt: Trump und Krieg gegen Iran könnten US‑Image nachhaltig schädigen

Richard Stengel, einst Unterstaatssekretär für Public Diplomacy, argumentiert in einem Essay, dass die Kombination aus Trumps Präsidentschaft und einem Krieg gegen Iran dem internationalen Ansehen der USA nachhaltig geschadet habe.

Richard Stengel 2 Min Lesezeit
Titelbild: Ex-US‑Softpower‑Chef warnt: Trump und Krieg gegen Iran könnten US‑Image nachhaltig schädigen
Stengel betont, dass kulturelle Anziehungskraft oft wirksamer ist als staatliche Maßnahmen und warnt vor einem langanhaltenden Vertrauensverlust durch militärische Interventionen und Trumps Politik.

Nach Angaben des ehemaligen Unterstaatssekretärs für Public Diplomacy Richard Stengel hat die Verbindung aus der Präsidentschaft Donald Trumps und einem von den USA geführten Krieg gegen Iran das weltweite Ansehen der Vereinigten Staaten deutlich untergraben. Er zieht in seinem Essay eine historische Linie: Beliebtheitswerte der USA schwankten erheblich mit militärischen Einsätzen und mit der Person des Präsidenten, und entscheidende Einbrüche folgten wiederholt nach Kriegen, die die USA initiierten.

Im Mittelpunkt seiner Argumentation steht die Behauptung, dass Soft Power — also Kultur, Popularität und internationale Sympathie — oft weit wirksamer ist als staatliche Programme. Stengel erinnert an frühere Perioden, in denen amerikanische Popularität nach Kriegseinsätzen sank und später durch andere Regierungen wieder anstieg. Er verweist auf die deutlichen Zuspitzungen nach dem Irak‑Krieg und kontrastiert sie mit den erheblich höheren Beliebtheitswerten in der Amtszeit Barack Obamas.

Zugleich betont Stengel, dass staatliche Instrumente wie Auslandshilfe und internationale Rundfunkangebote die kulturelle Wirkung unterstützen, jedoch nicht ersetzen können. Er verweist auf historische Maßnahmen der Kulturdiplomatie, darunter den Einsatz von Musikerinnen und Musikern als Botschafterinnen und Botschafter, und benennt die Ambivalenz dieser Maßnahmen: Sie schufen positive Wahrnehmung, waren zugleich aber auch politisch instrumentalisiert, etwa während des Kalten Krieges.

Inzwischen warnt Stengel, die gegenwärtige Politik unter Trump, besonders die militärische Konfrontation mit Iran, werde die globale Sympathie für die USA auf ein bislang in diesem Jahrhundert nicht gekanntes Tief fallen lassen. Er weist darauf hin, dass die Zustimmungswerte bereits vor einer möglichen Eskalation auf einem begrenzten Niveau lagen und nun als neues Maximum gelten könnten.

Daneben hebt Stengel hervor, dass Kulturereignisse und prominente Persönlichkeiten häufig mehr positive Wahrnehmung erzeugen als staatliche Initiativen, solange die USA nicht in aktive Kriegshandlungen verwickelt sind. Seine Schlussfolgerung ist deutlich: Die Wiederherstellung von Vertrauen und internationalem Ansehen werde schwierig, langwierig sein und langfristige Folgen für die außenpolitische Handlungsfähigkeit der Vereinigten Staaten nach sich ziehen.