Fed‑Gouverneur Waller: Iran‑Konflikt und Arbeitsmarkt‑Risiken sprechen für längere Zinspause
Gouverneur Christopher Waller sagte in Alabama, anhaltende Preis‑ und Angebotsstörungen sowie ein fragiler Arbeitsmarkt könnten die Fed zu einem längeren Verharren im aktuellen Zinsband zwingen.
Nach Angaben von Federal‑Reserve‑Gouverneur Christopher Waller erschweren gegenwärtige ökonomische Rahmenbedingungen die Entscheidung über den Zinsverlauf. In einer Rede in Alabama hob er hervor, dass zugleich starke Preisstörungen und ein nur schwaches Stellenwachstum die Politikgestaltung komplizieren — eine Kombination, die die Notenbank vor schwierige Abwägungen stellt.
Zugleich räumte der Gouverneur ein, dass seine jüngere Einschätzung vom früheren Fokus auf baldige Zinssenkungen abweicht. In den vergangenen Monaten hatte er die niedrigen Einstellungstendenzen kritisiert; nun zeigten sich Anzeichen, dass die für eine stabile Arbeitslosenquote nötige Einstellungsrate möglicherweise nahe null liege. Trotz dieser Beobachtung warnte er, Arbeitgeber bewegten sich auf einem schmalen Grat und könnten durch einen externen Schock zu substantiellen Stellenabbauaktionen gezwungen werden.
Daneben äußerte Waller größere Skepsis gegenüber der Einschätzung, wonach die Preisstörungen durch den Konflikt im Iran nur temporär seien. Er verwies auf die Gefahr, dass sich eine Serie von Angebots‑ und Preis‑Schocks, aufbauend auf bereits früheren Preisimpulsen, zu einem nachhaltig höheren Inflationsniveau verdichten könne. Vor diesem Hintergrund erscheine ihm ein längeres Verharren der Geldpolitik auf dem aktuellen Niveau denkbar, bis sich die wirtschaftliche Richtung klarer abzeichne.
In seiner Rede griff Waller auch auf seine jüngste Abstimmungsentscheidung zurück: Im März hatte er gegen Zinssenkungen gestimmt und für ein Verharren des federal funds rate im Bereich von 3,5 bis 3,75 Prozent votiert. Seine heutige Analyse legt nahe, dass er offen für eine ausgedehnte Phase der Zinsstabilität ist, solange die Risiken für Preise und Beschäftigung nicht eindeutiger beurteilt werden können.