Fifa kritisiert hohe Zugpreise zu World Cup‑Spielen in New York/New Jersey als chilling effect
Nach Kritik von Gouverneurin Mikie Sherrill verteidigt die Fifa die vereinbarten Host‑City‑Abmachungen, warnt jedoch, dass stark erhöhte NJ Transit‑Tarife das Fan‑Erlebnis und den Verkehr beeinträchtigen könnten.
Nach Angaben der Fifa könnten die deutlich erhöhten Fahrpreise für Zugverbindungen von New York zum MetLife Stadium bei der WM 2026 weitreichende Folgen für Verkehr und Fan‑Erlebnis haben. Heimo Schirgi, Chief Operating Officer des Turniers, mahnte, das derzeitige Preismodell von NJ Transit werde einen chilling effect erzeugen, weil hohe Fahrkosten Fans dazu bringen könnten, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen. Dies gefährde das Ziel, die Anreise der Zuschauer möglichst reibungslos und mit hoher Kapazität per Schiene abzuwickeln.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht der Preis von 150 US‑Dollar für die knapp 30‑minütige Fahrt vom New Yorker Penn Station zum MetLife Stadium in New Jersey. New Jersey‑Gouverneurin Mikie Sherrill hatte diese Summe als unverhältnismäßig kritisiert und gefordert, die Fifa müsse einen Teil der Transportkosten übernehmen. Nach ihren Angaben existieren für diese Verbindung keine ermäßigten Tarife, sodass auch Kinder und Senioren den vollen Preis zahlen; eine Shuttlebus‑Option wurde mit 80 US‑Dollar angegeben.
Zugleich wies Schirgi Forderungen zurück, wonach die Fifa die Transportkosten vollständig übernehmen müsse. Er verwies auf Host‑City‑Vereinbarungen, die bereits 2018 geschlossen worden seien, und betonte, die Organisation habe gemeinsam mit dem Gastgeberkomitee einen Verkehrsplan entwickelt, der effiziente Massenverkehrsoptionen für die acht Spiele in New Jersey vorsehe. Die Fifa betonte außerdem, die Einnahmen des Turniers würden nicht als klassischer Profit ausgewiesen, sondern in die Entwicklung des Fußballs reinvestiert.
Inzwischen machte Gouverneurin Sherrill geltend, der Staat trage erhebliche Vorleistungen; NJ Transit habe nach ihren Angaben eine Rechnung über 48 Millionen US‑Dollar, während die Fifa‑Erlöse in Milliardenhöhe stünden. Schirgi warnte, dass höhere Preise Fans zu alternativen Verkehrsmitteln treiben könnten, was das Risiko von Staus und verspäteten Ankünften erhöhe und damit die erwarteten wirtschaftlichen Vorteile und die nachhaltige Wirkung des Turniers schmälern könne.