Fotograf beschreibt Entstehung ikonischer Golfbilder von Seve, Tiger und McIlroy
Ein Sportfotograf blickt auf mehr als fünf Jahrzehnte zurück und schildert die sorgfältige Arbeit hinter einigen der bekanntesten Golfmotive.
Nach Angaben eines erfahrenen Sportfotografen sind viele der berühmtesten Golfaufnahmen das Ergebnis von Planung und Beharrlichkeit, nicht bloß zufälliger Momente. In einem Rückblick auf mehr als 50 Jahre Berufspraxis hebt er hervor, wie technisches Können, Positionierung und Geduld zusammenwirken, damit sich ein flüchtiger Augenblick zu einem ikonischen Bild verdichtet.
Im Mittelpunkt steht eine Aufnahme von Seve Ballesteros bei der Open Championship 1984 in St Andrews. Es war der erste Einsatz des Fotografen bei einem Major, für den er damals die Berichterstattung der Zeitung Observer übernahm. Das Bild entstand in einer winzigen Sekunde, in der Körperhaltung, Putterwinkel und Mimik zugleich passten; Erfahrung beim Positionieren und das richtige Timing waren nach seinen Worten entscheidend. Noch in der Nacht nach dem Turnier fuhr er in sein Labor in Hemel Hempstead, um das Foto zu entwickeln; aufgenommen wurde es mit einem manuell fokussierten Objektiv, weshalb das scharfe Ergebnis besondere Erleichterung bedeutete.
Zugleich schildert er die lange Suche nach einer ungewöhnlichen Perspektive auf Tiger Woods. Woods sei so oft fotografiert worden, dass der Fotograf bewusst neue Blickwinkel ausprobierte und über Monate, teils Jahre, an einzelnen Motiven arbeitete. Eine passende Szene ergab sich beim Dubai Desert Classic 2001: Woods bückte sich, um Rasen zu prüfen, und der Fotograf nutzte diesen Moment, um das berühmte Tiger‑Headcover scharf in Szene zu setzen, während Woods im Bild eher abstrakt blieb. Solche Aufnahmen entstünden durch wiederholtes Ausprobieren verschiedener Standpunkte und durch enge Beobachtung kleiner Gesten.
Daneben berichtet der Fotograf von einer Aufnahme von Rory McIlroy beim Masters 2025, als McIlroy den Karriere‑Grand‑Slam vollendete. Um die emotionale Reaktion unmittelbar nach dem Sieg einzufangen, war der Fotograf sehr früh am Platz: Er postierte sich bereits um 06:15 Uhr am Augusta National, rund zwölf Stunden vor dem entscheidenden Moment, und nutzte eine Tradition, die frühe Positionierungen am 18. Grün erlaubt. Diese sorgfältige Vorbereitung verschaffte ihm die freie Sicht auf die unmittelbare Siegerreaktion.
Der Rückblick verbindet technische Details mit persönlichen Anekdoten und macht die Bedeutung von Erfahrung und Ausdauer in der Sportfotografie deutlich. Der Fotograf nennt zudem, dass er alle 15 Major‑Siege von Tiger Woods dokumentiert habe und dass manche Bilder Monate der Planung sowie wiederholte Versuche erforderlichen, um eine neue, prägnante Perspektive zu erzielen.