Fotograf schildert Entstehung ikonischer Golfbilder von Seve, Tiger und McIlroy
Ein Fotograf schildert, wie ikonische Golffotos entstanden — von Seve Ballesteros' Jubel 1984 über ein Tiger‑Motiv aus Dubai 2001 bis zu Rory McIlroys Masters‑Moment 2025.
Nach Angaben des Fotografen entstanden einige der prägnantesten Golfaufnahmen durch eine Mischung aus Erfahrung, Vorbereitung und Zufall. Sein erstes großes Bild zeigte Seve Ballesteros bei dessen Jubel nach dem Gewinn der Open Championship 1984 in St Andrews; an diesem Tag arbeitete er für die Zeitung The Observer und hatte zuvor bereits rund ein Jahrzehnt Sportereignisse begleitet. Nur wenige Fotografen fingen jene Sekunde ein, in der Armhaltung, Putterwinkel und Mimik zusammenwirkten und ein ikonisches Bild ergaben.
Zugleich schildert er technische und logistische Details, die den Wert einzelner Aufnahmen stark beeinflussten. Das Foto von Ballesteros war mit einem manuell fokussierten Objektiv aufgenommen worden; nach der nächtlichen Rückfahrt ins Labor in Hemel Hempstead war die Erleichterung groß, als das Bild scharf erschienen war. Es wurde später in mehreren Magazinen in Europa und Japan abgedruckt und verkauft sich nach seinen Angaben bis heute weiter.
Inzwischen hebt der Fotograf die Herausforderung hervor, bei oft porträtierten Spielern immer wieder neue Perspektiven zu finden. Bei Tiger Woods habe er monatelang an einer bestimmten Aufnahme gearbeitet; die beschriebene Szene entstand beim Dubai Desert Classic 2001, als Woods sich bückte, um Gras aufzunehmen und die Windrichtung für seinen zweiten Schlag zur 18. Bahn zu prüfen. Ziel war es, das bekannte Tiger‑Headcover klar zu zeigen, während der Spieler selbst eine eher abstrahierte Erscheinung blieb.
Gleichzeitig illustriert die Entstehung des McIlroy‑Bildes die lange Vorarbeit bei Großereignissen. Für das Foto von Rory McIlroy beim Masters 2025 am Augusta National gab der Fotograf an, bereits um 06:15 Uhr vor Ort gewesen zu sein, um eine geeignete Position am 18. Grün zu sichern. McIlroy vollendete mit diesem Sieg den Karriere‑Grand‑Slam und die frühe Platzierung trug nach Einschätzung des Fotografen entscheidend dazu bei, das emotionale Moment optimal einzufangen.
Daneben zieht der Fotograf eine Bilanz seiner Laufbahn: Mehr als fünf Jahrzehnte Sportfotografie haben ihn gelehrt, welche Situationen sich lohnen und welche Vorbereitung nötig ist. Einige seiner bekanntesten Aufnahmen entstanden durch instinktives Positionieren und jahrelange Beobachtung, andere durch sorgfältige Inszenierung und wiederholte Versuche. Besonders hilfreich seien Hinweise von Caddies und wiederkehrende Routinen bei Spielern gewesen, die es erlaubten, Vorhersagen über Bewegungen und Gesten zu treffen.