Gewerkschaft: Umfassende Neustrukturierung des US Forest Service gefährdet Schutz öffentlicher Wälder
Schließung aller regionalen Büros, Verlegung des Hauptsitzes nach Salt Lake City und Konzentration von Forschungskapazitäten in Colorado gehören zu einem Plan, den die National Federation of Federal Employees als rechtswidrig und schädlich für Personal, Forschung und Waldschutz bezeichnet.
Nach Angaben von Gewerkschaftsvertretern plant die US-Regierung eine weitreichende Neustrukturierung des US Forest Service, die sämtliche regionalen Büros schließen und den Hauptsitz von Washington DC nach Salt Lake City, Utah verlegen soll. Die Behörde betreut demnach rund 78 Millionen Hektar öffentlicher Wälder; die geplanten Änderungen würden diese Verwaltungsstrukturen grundlegend umgestalten.
Zugleich beanstandet die National Federation of Federal Employees (NFFE), die etwa 20.000 Angestellte des Forest Service vertritt, die Rechtmäßigkeit des Vorhabens. Die Gewerkschaft beruft sich auf eine Bestimmung des Haushalts für das Fiskaljahr 2026, die Umverteilungen für Verlagerungen oder Reorganisationen ausschließt, und wirft Verwaltung und Kongress vor, diese Vorgaben zu umgehen. Nach Gewerkschaftsangaben wurde die Belegschaft nur wenige Minuten vor der öffentlichen Bekanntgabe über die Pläne informiert, was zusätzliche Verunsicherung ausgelöst habe.
Inzwischen gibt es Hinweise auf bereits erfolgte Personalverluste: In den vergangenen Monaten hat die Behörde Hunderte Stellen abgebaut. Ein Versuch der Verwaltung, im Februar 2025 rund 3.400 probezeitlich beschäftigte Mitarbeiter zu entlassen, wurde gerichtlich vorübergehend gestoppt; letztlich verloren nur einige Dutzend ihren Arbeitsplatz, während Hunderte andere durch vorzeitige Pensionierungen oder Abgangsangebote die Behörde verließen. Nach Angaben der Gewerkschaft ging der Vollzeitbestand der Behörde insgesamt um mehr als ein Viertel zurück, betroffen seien auch bis zu 1.400 auf Waldbrandbekämpfung zertifizierte Mitarbeiter.
Daneben warnen Gewerkschaftsvertreter, dass erzwungene Abgänge nicht nur Fachwissen und praktische Erfahrung vernichten, sondern auch laufende Forschung gefährden könnten. Betroffen sei unter anderem die Arbeit an Sicherheitsausrüstung, Holzwerkstoffen und Brandschutzmaßnahmen. Die NFFE sieht in der Umstrukturierung ein Risiko für die Betreuung und den Schutz öffentlicher Wälder sowie für die Versorgung ländlicher Regionen mit fachlicher Betreuung vor Ort.