Gewerkschaften: Umstrukturierung des US Forest Service illegal und gefährdet öffentliche Wälder
Gewerkschaftsvertreter warnen, die Schließung regionaler Büros und Zwangsverlegungen könnten Personalverluste und das Ende laufender Forschung zur Folge haben.
- NFFE spricht von «Chaos» und bezeichnet die Umstrukturierung als rechtswidrig
- Forest Service und Landwirtschaftsministerium äußerten sich nicht.
Nach Angaben der National Federation of Federal Employees (NFFE) droht durch die angekündigte Umstrukturierung des US Forest Service ein gravierender Einschnitt für das Management öffentlicher Wälder. Die Gewerkschaft, die rund 20.000 Beschäftigte der Behörde vertritt, bezeichnet die Pläne als illegal und warnt vor weitreichenden Konsequenzen für Personalstärke und Forschungsvorhaben.
Die Neugliederung, die am 30. März vorgestellt wurde, sieht die Schließung aller regionalen Büros vor. Demnach betreut der Forest Service etwa 78 Millionen Hektar Land, eine Fläche in der Größenordnung von Texas. Teil der Maßnahmen ist die Verlegung der Dienstzentrale von Washington DC nach Salt Lake City sowie die Zusammenlegung von 57 Forschungseinrichtungen an einen einzigen Standort in Colorado; anstelle regionaler Strukturen sollen 15 politisch ernannte «State Directors» treten.
Zugleich berufen sich Gewerkschaftsvertreter auf eine Regelung im Haushaltsgesetz für das Fiskaljahr 2026, wonach Mittel der Behörde nicht für Reprogrammierungen eingesetzt werden dürfen, die Büros oder Mitarbeiter verlagern oder Programme umbenennen beziehungsweise reorganisieren. Steve Lenkart, Geschäftsführer der NFFE, erklärte, die geplanten Maßnahmen verstießen gegen diese Bestimmung. Die Leitung des Forest Service und das Landwirtschaftsministerium haben dazu keine Stellungnahme abgegeben.
Inzwischen warnen Vertreter der Belegschaft, die Pläne stellten Beschäftigte vor die Wahl umzuziehen oder das Amt zu verlassen. Ein ehemaliger Feuerwehrmann und Gewerkschaftsvertreter berichtete, viele Mitarbeiter seien erst kurz vor der öffentlichen Bekanntgabe informiert worden und fürchteten um laufende Forschungsarbeiten. Der Forest Service betreibt Forschung zu Sicherheitstechnik, Holz- und Papierprodukten sowie Brandschutz; die Gewerkschaft betont, dass Abgänge diese Aufgaben ernsthaft gefährden könnten.
Daneben kritisiert die NFFE, dass der Forest Service unter der aktuellen Regierung bereits Personalverluste und Einschnitte erlitten habe. In früheren Maßnahmen seien Probationsbeschäftigte zur Kündigung vorgesehen und zahlreiche Fachkräfte durch Abgangsprogramme gegangen. Die Gewerkschaft warnt, eine erzwungene Verlagerung werde erfahrungsgemäß zu weiterem Verlust an Expertise führen und die Leistungsfähigkeit der Behörde schwächen.
Gewerkschaftsvertreter mahnen, die geplante Umstrukturierung könne nicht nur die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verschlechtern, sondern auch die Bewirtschaftung und Forschung auf öffentlichen Flächen beeinträchtigen. Ohne verlässliche Personalstärke und regionale Präsenz, so die Kritik, drohten Lücken bei Schutz, Forschung und Einsatzbereitschaft auf Millionen Hektar betreuter Landflächen.