IEA warnt: Europa könnte in sechs Wochen kein Jet‑Fuel mehr haben
Fatih Birol warnt, dass eine Blockade in der Straße von Hormus die bislang schwerste Energiekrise auslösen und Europa binnen Wochen die Vorräte an Jet‑Fuel ausgehen könnten.
- IEA‑Direktor Fatih Birol: Straße von Hormus löst bisher größte Energiekrise aus
- Europas Jet‑Fuel‑Bestände könnten in etwa sechs Wochen erschöpft sein.
Nach Angaben des Exekutivdirektors der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, droht Europa innerhalb von rund sechs Wochen ein Mangel an Jet‑Fuel. Birol bezeichnete die Blockade in der Straße von Hormus als Auslöser der bislang schwersten Energiekrise und warnte vor erheblichen Folgen für Versorgungslage, Preise und globales Wachstum.
Im Mittelpunkt der Sorge steht die Luftfahrtbranche, die direkt von Brennstofflieferungen aus dem Nahen Osten abhängig ist. Analysten betonten, dass die Lage der Fluggesellschaften entscheidend davon abhänge, wie viele Barrel weiterhin durch die Straße von Hormus fließen. Vertreter von Rystad Energy und ING wiesen darauf hin, dass bereits Lieferströme aus dem Nahen Osten gestoppt würden und Ersatzlieferungen dringend nötig seien.
Zugleich sehen Flughäfen und touristische Regionen erhebliche wirtschaftliche Risiken. ACI Europe beziffert den Beitrag des Flugverkehrs zur europäischen Volkswirtschaft mit 851 Milliarden Euro und verweist auf rund 14 Millionen damit verbundene Arbeitsplätze. Der Verband warnte vor Störungen in der Spitzenreisesaison und vor deutlichen wirtschaftlichen Auswirkungen für Staaten, die stark vom Tourismus abhängig sind.
Inzwischen verschärft die Kombination aus eingeschränkten Lieferungen und steigenden Treibstoffkosten die Unsicherheit für Reisende und Unternehmen. Einige Fluggesellschaften verzeichnen bereits Einbußen bei Buchungen und gestiegene Treibstoffausgaben, wodurch operative Kosten und Preisrisiken für die Branche zunehmen. Für Verkehr, Tourismus und angrenzende Wirtschaftsbereiche ergeben sich damit unmittelbare Herausforderungen in den kommenden Wochen.
Daneben betonte Birol, dass die Dauer der Blockade maßgeblich darüber entscheide, wie stark die ökonomischen Folgen ausfallen. Je länger die Störung andauere, desto höher seien mögliche Auswirkungen auf Inflation und Wachstum in verschiedenen Regionen. Vor diesem Hintergrund stehen europäische Flughäfen, Fluggesellschaften und Reiseanbieter vor einer fragilen Sommerperiode, in der kurzfristige Ausweichlieferungen und Treibstoffmanagement über betriebliche Stabilität entscheiden dürften.