Jason Momoa: 2026 darf Wendepunkt für sterbende Korallenriffe werden
Der Schauspieler und UNEP‑Botschafter warnt, dass bei 1,5°C Erwärmung bis zu 90 Prozent der Korallenriffe verloren gehen könnten, und fordert sofortiges, konkretes Handeln.
Nach Angaben von Jason Momoa stehen die weltweiten Korallenriffe an einem Wendepunkt: Bei einer globalen Erwärmung von 1,5°C drohe der Verlust von bis zu 90 Prozent der Riffe. Der Schauspieler und UN‑Umweltbotschafter beschreibt die jüngste, lang andauernde Korallenbleiche als beispielloses Ereignis und warnt, dass die Zeit zum Handeln knapp sei.
Im Mittelpunkt seiner Darstellung steht die anhaltende Stressbelastung der Riffökosysteme. Die Bleiche habe sich über 33 Monate bis ins Jahr 2025 gezogen und mit weiteren Belastungsfaktoren wie Plastikverschmutzung, Küstenentwicklung, landwirtschaftlichem Eintrag und Überfischung kombiniert, wodurch die natürliche Erholungsfähigkeit der Riffe erheblich eingeschränkt werde.
Nach dem Schritt, konkrete Konsequenzen zu benennen, hebt Momoa hervor, dass der Verlust von Korallen weit über ökologische Schäden hinausreiche. Schwächere Riffe reduzierten den Küstenschutz, setzten Lebensgrundlagen und kulturelle Orte in Küstengemeinden stärkerem Risiko aus und bedrohten spezialisierte Arten unwiederbringlich. Er betont die Bedeutung traditioneller Verantwortungspraktiken, wie sie in Inselgesellschaften gelebt werden, und plädiert dafür, diese Verantwortung global zu denken.
Zugleich nennt Momoa eine Reihe konkreter Hebel, die er für wirksam hält: die Reduktion von Treibhausgasen, die Bekämpfung von Plastikverschmutzung, gezielter Schutz für für Riffe wichtige Arten sowie finanzielle und organisatorische Unterstützung für Küstengemeinden. Er verweist auf Projekte in Regionen wie Französisch‑Polynesien, die bei entsprechender Förderung lokale Restaurationsarbeit und alternative Einkommensquellen ermöglichten und daher Hoffnung geben.
Unterdessen warnt er davor, die kommenden Monate verstreichen zu lassen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und mehrere globale Treffen, darunter ein Global Coral Reef Summit, könnten die Aufmerksamkeit auf Korallenlenken — diese Gelegenheiten müssten jedoch in unmittelbares, umsetzbares Handeln übersetzt werden. Es gehe nicht um symbolische Bekundungen, sondern um Investitionen, Rechtsvorschriften und Verhaltensänderungen auf lokaler wie internationaler Ebene, damit Riffe und die von ihnen abhängigen Gemeinschaften eine realistische Chance auf Erholung erhalten.