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Jury in New York: Live Nation und Ticketmaster betrieben schädliches Monopol über große Veranstaltungsorte

Ein Geschworenengericht in Manhattan stellte fest, dass Live Nation und Ticketmaster den Wettbewerb bei großen Veranstaltungsorten behindert und Konzertbesucher überteuert belastet haben. Richter müssen nun über Schadensersatz, mögliche Strafen und strukturelle Maßnahmen entscheiden.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Jury in New York: Live Nation und Ticketmaster betrieben schädliches Monopol über große Veranstaltungsorte
Das Urteil erhöht den Druck auf Live Nation: Richter können Rückzahlungen, Geldstrafen oder sogar die Veräußerung von Vermögenswerten anordnen.

Nach Angaben eines Bundesgerichts in Manhattan hat eine Geschworenenjury entschieden, dass Live Nation Entertainment und dessen Tochter Ticketmaster ein schädliches Monopol über große Konzert- und Veranstaltungsorte betrieben. Die Jury traf ihre Entscheidung nach vier Tagen Beratung in einem Zivilverfahren, das von Dutzenden US-Bundesstaaten und dem District of Columbia geführt wurde, und befand, dass das Unternehmen durch wettbewerbswidrige Praktiken Konkurrenten ausgebremst habe.

Zugleich stellte das Gremium fest, dass Ticketmaster Kunden geschädigt habe; die Jury berechnete, dass Käufer in 22 Bundesstaaten im Durchschnitt 1,72 US‑Dollar zu viel pro Ticket bezahlt hätten. Auf dieser Grundlage liegt nun beim Richter, die genaue Höhe möglicher Rückzahlungen sowie zusätzliche Sanktionen festzusetzen, die von Geldstrafen bis zu strukturellen Eingriffen reichen können.

Inzwischen rückten während des Prozesses interne Nachrichten von Mitarbeitern und die Rolle der Konzernführung in den Mittelpunkt. Das Verfahren beleuchtete, wie Live Nation ein weitreichendes Netzwerk von Veranstaltungsorten besitzt oder kontrolliert, Buchungen betreibt und Beteiligungen an hunderten Arenen und Amphitheatern hält, während Ticketmaster als einer der größten Ticketverkäufer für Live‑Events auftritt. Konzernchef Michael Rapino wurde zur Unternehmenspraxis befragt und musste sich unter anderem zu der Panne beim Ticketverkauf für Taylor Swift im Jahr 2022 äußern.

Daneben kamen interne Mitteilungen zur Sprache, in denen Preise als empörend bezeichnet und Kunden abwertend kommentiert wurden; ein beteiligter Mitarbeiter entschuldigte sich im Prozess und nannte die Formulierungen unreif und inakzeptabel. Diese Einblicke trugen dazu bei, das Verhalten des Unternehmens gegenüber Wettbewerbern und Kunden zu illustrieren und den Klägern in ihrem Anspruch Nachdruck zu verleihen.

Nach dem Schritt, der unmittelbar vor der Schadensphase steht, bleibt die rechtliche Auseinandersetzung jedoch nicht beendet. Die Bundesregierung hatte bereits ein separates Vergleichspaket durchgesetzt, das unter anderem die Schaffung eines 280 Millionen Dollar schweren Entschädigungsfonds sowie Beschränkungen bei Servicegebühren und neue Optionen für Veranstalter vorsieht. Einige Staaten schlossen sich diesem Vergleich an, mehr als 30 klagende Staaten verfolgten das Verfahren jedoch weiter, um weitergehende Abhilfemaßnahmen zu erreichen. Live Nation erklärte, das Urteil sei nicht das letzte Wort und verwies darauf, dass mögliche Abmilderungen in der anschließenden Schadens- und Rechtsmittelphase zu erwarten seien, während der Richter nun über konkrete Sanktionen zu entscheiden hat.