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Kanada: Defizit von 26,1 Mrd CAD in den ersten neun Monaten 2025/26, Dezember leicht im Plus

Der kanadische Fiskalmonitor weist für April bis Dezember 2025 ein Haushaltsdefizit von 26,1 Mrd CAD aus, weil die Ausgaben schneller stiegen als die Einnahmen.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Kanada: Defizit von 26,1 Mrd CAD in den ersten neun Monaten 2025/26, Dezember leicht im Plus
  • Für April bis Dezember 2025 summiert sich das Defizit auf 26,1 Mrd CAD nach 21,7 Mrd CAD im Vorjahr.
  • Die Einnahmen legten um 2,2 Prozent zu, während die Programmausgaben um 3,5 Prozent stiegen.
  • Im Monat Dezember 2025 wurde ein Überschuss von 245 Mio CAD ausgewiesen, deutlich weniger als im Dezember 2024.
  • Die öffentlichen Schuldendienstkosten gingen in der Periode leicht zurück, unter anderem wegen geringerer Kosten bei Treasury Bills.
  • Das Finanzministerium verweist auf höhere Zolleinnahmen sowie steigende Körperschaft- und Einkommensteürn als wesentliche Treiber auf der Einnahmenseite.

Kanadas Finanzministerium hat den Fiskalmonitor für Dezember 2025 veröffentlicht und damit einen Zwischenstand für das laufende Haushaltsjahr 2025/26 vorgelegt. Für die Periode April bis Dezember ergibt sich ein budgetäres Defizit von 26,1 Mrd CAD. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag das Defizit bei 21,7 Mrd CAD. Damit hat sich die Lücke im Jahresverlauf vergrößert, obwohl die Einnahmen gestiegen sind. Entscheidend war, dass die Ausgaben in der Breite schneller zunahmen als das Steür- und Abgabenaufkommen.

Auf der Einnahmenseite meldet das Ministerium für die ersten neun Monate einen Zuwachs von 2,2 Prozent. Treiber waren laut Fiskalmonitor unter anderem höhere Zolleinnahmen sowie ein Plus bei Körperschaftsteür und persönlicher Einkommensteür. Diese Entwicklung passt zu einem Umfeld, in dem Importwerte und Lohnsummen noch ausreichend tragen, auch wenn Konjunkturdaten zuletzt ein heterogenes Bild gezeigt haben. Gleichzeitig wirkt sich der Zeitpunkt einzelner Abrechnungen und Rückerstattungen in der kanadischen Steüradministration deutlich auf Monatswerte aus.

Die Programmausgaben stiegen im selben Zeitraum um 3,5 Prozent und damit stärker als die Einnahmen. Das Plus verteilt sich über mehrere große Ausgabenkategorien, was darauf hindeutet, dass der Ausgabenpfad nicht nur von einzelnen Sonderprogrammen abhängt. Der Fiskalmonitor zeigt außerdem, dass sich die öffentlichen Schuldendienstkosten leicht verringerten. Als Gründe werden unter anderem niedrigere Zinskosten bei kurzfristigen Treasury Bills sowie Effekte aus Finanztransaktionen wie Cross-Currency Swaps genannt. Für die mittelfristige Budgetplanung bleibt der Schuldendienst dennoch ein sensibler Posten, weil er in einem Umfeld wechselnder Renditen schnell wieder anziehen kann.

Auffällig ist der Monatswert für Dezember: Für den einzelnen Monat wird ein Überschuss von 245 Mio CAD ausgewiesen. Ein Jahr zuvor lag der Dezember-Überschuss noch bei rund 1,0 Mrd CAD. Solche Monatszahlen sind jedoch stark durch saisonale Muster und Abgrenzungen geprägt, etwa durch den Zeitpunkt von Steüreingängen und Ausgabenzuordnungen. Für die Bewertung der fiskalischen Lage ist daher die kumulierte April-bis-Dezember-Zahl aussagekräftiger als der einzelne Monat.

Politisch und am Kapitalmarkt wird der Fiskalmonitor vor allem als Signal gelesen, wie eng der Spielraum für neü Maßnahmen ist, bevor der nächste Budgetzyklus ansteht. Ein höheres Defizit kann die Emissionsplanung beeinflussen und erhöht die Sensibilität für Zinsänderungen, weil die Refinanzierungskosten auf längere Sicht vom Renditeniveau abhängen. Gleichzeitig bleibt die Interpretation vorsichtig: Der Fiskalmonitor bildet den Kassen- und Abgrenzungsstand des laufenden Jahres ab, nicht aber automatisch die Effekte späterer Konjunkturänderungen oder politischer Entscheidungen. Die nächsten Ausgaben werden daher genau verfolgt, um zu sehen, ob sich das Ausgabentempo weiter vom Einnahmenpfad entkoppelt.