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Kanada: Leistungsbilanzdefizit schrumpft im vierten Quartal 2025 auf 0,7 Mrd CAD

Kanadas Leistungsbilanzdefizit verringerte sich im vierten Quartal 2025 um 4,6 Milliarden CAD auf 0,7 Milliarden CAD, getragen von einem deutlich kleineren Warenhandelsdefizit.

JKCM Desk 3 Min Lesezeit
Titelbild: Kanada: Leistungsbilanzdefizit schrumpft im vierten Quartal 2025 auf 0,7 Mrd CAD
  • Leistungsbilanz: Defizit 0,7 Mrd CAD, das 14. Quartal in Folge im Minus.
  • Waren- und Dienstleistungsbilanz: Defizit 3,1 Mrd CAD; Waren-Defizit verengt auf 4,5 Mrd CAD, Dienstleistungsüberschuss sinkt auf 1,4 Mrd CAD.
  • Warenexporte steigen um 3,9 Prozent auf 195,1 Mrd CAD, vor allem dank Metallprodukten (Gold) plus 23,4 Prozent.
  • Warenimporte steigen um 1,2 Prozent auf 199,6 Mrd CAD; Zuwächse kommen besonders aus Elektronik sowie Metall-Erzen und nichtmetallischen Mineralien.
  • Ausländische Investoren kauften im Quartal kanadische Bundesanleihen im Rekordumfang von 33,6 Mrd CAD.

Kanadas außenwirtschaftliche Bilanz hat sich zum Jahresende 2025 spürbar verbessert. In der Leistungsbilanz verringerte sich das Defizit im vierten Quartal (saisonbereinigt) um 4,6 Milliarden kanadische Dollar auf 0,7 Milliarden. Damit war es das 14. Quartal in Folge mit einem negativen Saldo, allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau als im Sommer.

Die Entlastung kam vor allem aus dem Warenhandel. Die kombinierte Waren- und Dienstleistungsbilanz wies im Quartal ein Defizit von 3,1 Milliarden aus, 4,4 Milliarden weniger als im dritten Quartal. Das Warenhandelsdefizit verengte sich um 5,0 Milliarden auf 4,5 Milliarden. Gleichzeitig blieb der Dienstleistungshandel zwar im Plus, der Überschuss schrumpfte jedoch von 2,0 auf 1,4 Milliarden. Auch der Überschuss bei den Primär- und Sekundäreinkommen war im Quartalsvergleich niedriger und bremste damit einen Teil der Verbesserung.

Bei den Gütern legten die Exporte kräftig zu. Der Wert der Warenexporte stieg um 3,9 Prozent auf 195,1 Milliarden. Haupttreiber waren Metallprodukte mit einem Plus von 23,4 Prozent, wobei der Bericht besonders auf Gold verweist. Zuwächse gab es auch bei Energieprodukten (plus 1,6 Prozent) und bei Flugzeugen (plus 5,8 Prozent). Gegenläufig wirkten Rückgänge bei Kraftfahrzeugen, die auf den niedrigsten Stand seit dem vierten Quartal 2022 fielen, sowie bei Forstprodukten, die den niedrigsten Stand seit dem zweiten Quartal 2020 erreichten.

Die Warenimporte erhöhten sich im selben Zeitraum um 1,2 Prozent auf 199,6 Milliarden. Beiträge zum Anstieg kamen vor allem aus elektronischen und elektrischen Ausrüstungen sowie Teilen (plus 5,7 Prozent) und aus Metall-Erzen und nichtmetallischen Mineralien (plus 18,4 Prozent). Im Dienstleistungshandel stiegen die Importe um 1,5 Prozent auf 59,5 Milliarden, während die Exporte um 0,5 Prozent auf 60,9 Milliarden zunahmen. Bei den Dienstleistungsimporten waren höhere Reiseleistungen, Transportleistungen und kommerzielle Dienstleistungen maßgeblich; auf der Exportseite stützten Transport- und kommerzielle Dienstleistungen, während Reiseexporte unter anderem wegen geringerer bildungsbezogener Reisen zurückgingen.

Auf der Finanzkontoseite blieb die Nachfrage aus dem Ausland nach kanadischen Anleihen hoch. Ausländische Investoren erhöhten ihre Bestände an kanadischen Wertpapieren im Quartal um 58,2 Milliarden, wobei sich die Käufe auf den Anleihemarkt konzentrierten (plus 51,8 Milliarden). Besonders auffällig war der Rekordkauf von Bundesanleihen im Umfang von 33,6 Milliarden, während Geldmarktinstrumente des Bundes um 17,6 Milliarden abgebaut wurden. Kanadische Investoren erwarben im Quartal 18,5 Milliarden an ausländischen Wertpapieren, deutlich weniger als im dritten Quartal; gleichzeitig wurden ausländische Aktien im Umfang von 31,7 Milliarden gekauft, während der Bestand an ausländischen Schuldpapieren per Saldo um 13,2 Milliarden sank.

Für das Gesamtjahr 2025 weist der Bericht eine deutlichere Verschlechterung aus: Das Leistungsbilanzdefizit verdoppelte sich auf 30,4 Milliarden nach 15,0 Milliarden im Jahr 2024. Ausschlaggebend war ein größerer Warenhandelsdefizit, das sich von 7,2 Milliarden auf 31,1 Milliarden ausweitete, während der Dienstleistungsüberschuss und der Überschuss bei den Anlageeinkommen den Effekt nur teilweise kompensierten. Der Warenüberschuss Kanadas im Handel mit den USA ging im Jahresvergleich zurück, während sich das Dienstleistungsdefizit gegenüber den USA verringerte. Die Daten geben damit Hinweise darauf, wie stark einzelne Gütergruppen, Preisbewegungen und Kapitalströme die außenwirtschaftliche Position Kanadas beeinflussen.