JKCM News
Startseite
Amerika

Kanada: Lohnlistenbeschäftigung sinkt im Dezember um 35 400, offene Stellen steigen

Die kanadische Lohnlistenbeschäftigung ging im Dezember 2025 um 35 400 zurück, während die Zahl offener Stellen auf 514 600 stieg und damit den höchsten Stand seit März 2025 erreichte.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Kanada: Lohnlistenbeschäftigung sinkt im Dezember um 35 400, offene Stellen steigen
  • Payroll employment: minus 35 400 (minus 0,2 Prozent) im Dezember nach wenig Veränderung im November.
  • Im Jahresvergleich liegt die Lohnlistenbeschäftigung um 28 300 (minus 0,2 Prozent) niedriger.
  • Job vacancies: 514 600, plus 23 700 (plus 4,8 Prozent) gegenüber November; höchster Stand seit März 2025.
  • Die Stellenangebotsquote steigt auf 2,9 Prozent von 2,7 Prozent; das Verhältnis Arbeitslose zu offenen Stellen bleibt bei 3,0.
  • Durchschnittliche Wochenverdienste: 1 316,04 CAD, plus 1,9 Prozent im Jahresvergleich; die Wochenarbeitszeit sinkt auf 33,2 Stunden.

Die kanadischen Unternehmensmeldungen aus der Lohn- und Gehaltsstatistik zeigen zum Jahresende 2025 ein gemischtes Bild: weniger Beschäftigte auf den Lohnlisten, aber wieder mehr offene Stellen. Im Dezember sank die Lohnlistenbeschäftigung (Payroll employment) saisonbereinigt um 35 400 beziehungsweise 0,2 Prozent. Im November hatte die Beschäftigung kaum verändert gelegen. Im Jahresvergleich lag die Lohnlistenbeschäftigung um 28 300 oder 0,2 Prozent unter dem Stand von Dezember 2024.

Die Rückgänge waren breit über mehrere Branchen verteilt. Der stärkste Beitrag kam aus dem verarbeitenden Gewerbe, wo die Beschäftigung um 7 400 sank. Rückgänge meldeten auch der Großhandel (minus 6 300), Transport und Lagerei (minus 5 900), Beherbergung und Gastronomie (minus 5 000) sowie der Bildungsbereich (minus 4 600). Zuwächse gab es dagegen im Bau (plus 2 600) und im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 2 300). Damit deutet die Branchenverteilung eher auf eine Rotation als auf einen einheitlichen Trend hin.

Parallel dazu stiegen die offenen Stellen deutlich. Die Zahl der Job-Vakanzen legte im Dezember auf 514 600 zu, ein Plus von 23 700 oder 4,8 Prozent gegenüber November. Der Bericht spricht vom höchsten Stand seit März 2025. Die Stellenangebotsquote erhöhte sich damit auf 2,9 Prozent nach 2,7 Prozent im Vormonat. Im Jahresvergleich lag die Quote um 0,1 Prozentpunkte niedriger, was darauf hindeutet, dass der Arbeitsmarkt im Vergleich zum Vorjahr insgesamt weniger angespannt ist als während der Spitzen der vergangenen Jahre.

Für die Einordnung ist auch das Verhältnis zwischen Arbeitslosen und offenen Stellen relevant. Hier blieb der Wert laut Bericht bei 3,0 und damit unverändert gegenüber November. Ein stabiler Quotient bei steigenden Vakanzen kann auf eine Normalisierung im Matching-Prozess hindeuten, kann aber auch spiegeln, dass die Zusammensetzung der angebotenen Stellen nicht exakt zu den Profilen der verfügbaren Arbeitskräfte passt. Solche Friktionen werden häufig in Phasen beobachtet, in denen sich die Nachfrage zwischen Sektoren verschiebt.

Bei Einkommen und Arbeitszeit zeigten die Daten eine moderate Dynamik. Die durchschnittlichen Wochenverdienste (inklusive Überstunden) stiegen im Dezember auf 1 316,04 kanadische Dollar, was einem Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Beschäftigten ging auf 33,2 Stunden zurück; im Vormonat waren es 33,3 Stunden gewesen. Damit blieb der Lohnimpuls positiv, während die Arbeitszeit leicht nachgab.

Die Lohnlistenstatistik und die Vakanzdaten liefern eine andere Perspektive als die Arbeitskräfteerhebung, weil sie auf Unternehmensangaben und administrativen Quellen beruhen. Für Unternehmen sind insbesondere die Trends in Vakanzen und Wochenverdiensten relevant, weil sie Hinweise auf Rekrutierungsdruck und Kostenentwicklung geben. Für die kommenden Monate wird entscheidend sein, ob sich die Beschäftigung auf den Lohnlisten stabilisiert und ob der Anstieg offener Stellen anhält oder sich wieder in Richtung der Vorjahreswerte bewegt.