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Krieg gegen Iran treibt weltweit Rückbesinnung auf Kohle voran, warnt Analyse

Konflikt, Lieferengpässe und höhere Finanzierungskosten lassen Kohle kurzfristig wieder attraktiver erscheinen; US-Politik fördert fossile Energieträger.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Krieg gegen Iran treibt weltweit Rückbesinnung auf Kohle voran, warnt Analyse
Der Krieg gegen Iran löst eine Energiekrise aus, die viele Staaten dazu treiben könnte, kurzfristig verstärkt auf Kohle und andere fossile Brennstoffe zurückzugreifen.

Nach Angaben der britischen Zeitung verschärft der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran die weltweiten Risiken für die Energieversorgung und veranlasst manche Staaten, den Einsatz von Kohle erneut zu prüfen. Die Analyse sieht vor allem den Verkehrsstillstand in der Straße von Hormus, steigende Inflation und höhere Zinsen als Treiber für diese Entwicklung. Diese Faktoren verteuern demnach den Ausbau erneuerbarer Energien und machen Kohle als kurzfristig verfügbare Alternative wirtschaftlich attraktiver.

Im Mittelpunkt der Darstellung steht die These, dass Kohle gegenüber Wind- und Solarenergie derzeit oft konkurrenzfähig sei. Die Zeitung nennt Zahlen zur globalen Kohlenachfrage und berichtet, der weltweite Verbrauch sei seit 2020 um etwa 1,3 Milliarden Tonnen auf rund 8,8 Milliarden Tonnen gestiegen. Diese Zunahme lasse sich nicht allein durch China und Indien erklären, sondern hänge auch mit geopolitischen Krisen zusammen, die Gas- und Ölströme unterbrochen hätten.

Zugleich betont die Analyse, dass der Ausbau erneuerbarer Energien von kritischen Rohstoffen abhängt, die überwiegend aus China stammten. Diese Abhängigkeit mache Wind- und Solarprojekte verwundbar gegenüber geopolitischem Druck und Lieferengpässen. Zusätzlich würden durch den Konflikt angeheizte Inflation und höhere Kapitalkosten Investitionen in erneuerbare Erzeugungskapazitäten kurzfristig zusätzlich erschweren.

Die Zeitung weist außerdem darauf hin, dass die aktuelle US-Regierung stärker auf inländische fossile Energieträger setze und damit eine Politik verfolge, die den Ausbau von Kohle begünstigen könne. Vor diesem Hintergrund bestehe die Gefahr, dass Länder in Asien — darunter Japan, Indien, Bangladesch, die Philippinen, Südkorea, Thailand und Taiwan — sowie Teile Europas kurzfristig vermehrt auf Kohle zurückgreifen oder deren Nutzung ausweiten. Damit zeichne sich eine Phase ab, in der Klimaschutzambitionen durch unmittelbare Energie- und Sicherungsinteressen überlagert werden könnten.

Daneben stellt die Analyse heraus, dass die gegenwärtige Krise zwar die Argumente für heimische erneuerbare Energien stärke, zugleich aber praktische Hürden und Marktmechanismen bestehe, die den Übergang erschweren. Solange Lieferengpässe, Inflation und höhere Zinsen anhalten, werde Kohle für viele Staaten eine politisch und ökonomisch nachvollziehbare Option bleiben.