Kuba warnt USA vor militärischer Eskalation und betont Verteidigungsbereitschaft
Präsident Miguel Díaz-Canel betont Gesprächsbereitschaft, warnt zugleich vor militärischer Eskalation und lehnt Verhandlungen über die Staatsordnung ab.
Nach Angaben von Präsident Miguel Díaz-Canel richtete sich eine klare Warnung an die USA: Kuba werde sich gegen eine militärische Eskalation verteidigen. Er machte deutlich, dass die Führung des Landes nicht vor einem bewaffneten Konflikt zurückschrecke, falls es zu direkten Angriffen kommen sollte, und unterstrich die Bereitschaft der Insel, Widerstand zu leisten.
Zugleich betonte Díaz-Canel, Kuba wolle keinen Krieg und sei offen für Gespräche mit Washington. Forderungen, die von US-Seite wiederholt genannt wurden – etwa die Freilassung politischer Häftlinge, die Einführung von Mehrparteienwahlen sowie die Anerkennung unabhängiger Gewerkschaften und einer freien Presse – wies er zurück. Fragen zur politischen und verfassungsrechtlichen Ordnung Kubas erklärte er für nicht verhandelbar.
Daneben bestritt der Präsident Behauptungen über eine systematische Inhaftierung von Regierungskritikern und bezeichnete entsprechende Vorwürfe als Falschdarstellung. Seine Stellungnahme fällt in eine Phase deutlich verschärfter Spannungen zwischen Havanna und Washington, nachdem US-Seite zuletzt mit härteren Maßnahmen gedroht hatte.
Der innenpolitische und wirtschaftliche Hintergrund bleibt angespannt: Kuba steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise, die nach Darstellung kubanischer Stellen in den vergangenen Monaten durch ein US-Ölembargo weiter verschärft wurde. Ende März erhielt das Land erneut eine Öllieferung aus Russland; das betreffende Schiff brachte nach Berichten rund 100.000 Tonnen Rohöl nach Kuba. Nach Angaben aus Washington änderte diese Einzelsituation jedoch nichts an der grundsätzlichen Sanktionspolitik gegenüber Havanna.