LIV Golf steht wegen möglichem Stopp der PIF‑Finanzierung vor existenzieller Krise
Insider warnen, dass die saudische Staatsfondsfinanzierung für die abgespaltene Tour ausbleiben könnte; LIV bestreitet ein baldiges Ende und betont laufende Saisonpläne.
Nach Angaben aus dem europäischen Golfsport steht LIV Golf vor einer existenziellen Bewährungsprobe, weil die finanzielle Unterstützung durch den saudischen Staatsfonds PIF offenbar in Frage steht. Die Breakaway‑Tour, die seit 2021 betrieben wird, hat demnach mehr als fünf Milliarden Dollar aus dem Golfstaat erhalten. Beobachter sehen nun eine wachsende Unsicherheit, ob diese Kapitalzufuhr in der bisherigen Form fortgeführt wird.
Im Mittelpunkt der Debatte steht die Diskrepanz zwischen der öffentlichen Rhetorik der Organisation und den Einschätzungen gut platzierter Insider. Geschäftsführer Scott O'Neil versicherte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Saison laufe «genau wie geplant, ununterbrochen und mit voller Kraft», nannte dabei jedoch nur das Jahr 2026 und gab keine verbindliche Perspektive für die Folgejahre. Parallel berichten Personen aus dem europäischen Golfumfeld, sie erwarteten, dass LIV möglicherweise nicht über dieses Jahr hinaus bestehen werde.
Zugleich zeichnen die vorgelegten Finanzkennzahlen ein schwieriges Bild: In Märkten außerhalb der USA verzeichnete die Tour 2024 Nettobetriebsverluste von 462 Millionen Dollar und akkumulierte seit der Gründung Gesamtverluste von mehr als 1,1 Milliarden Dollar. Zwar stiegen Einnahmen aus Sponsoring, Ticketverkauf und digitalen Erlösen, doch blieben diese Zuwächse angesichts des investierten Kapitals vergleichsweise gering. Interne Angaben nennen für 2026 vier von 14 Veranstaltungen sowie zehn von 13 Teams als profitabel, ohne jedoch konkrete Gewinnbeträge zu veröffentlichen.
Gleichzeitig hat LIV durch Verpflichtung prominenter Spieler und die hohen Investitionen das Golfgeschäft spürbar verändert; diese Wirkung ist unbestritten. Unterdessen diskutieren Akteure und Veranstalter intensiv mögliche Folgen, sollten die Aktivitäten der Tour eingestellt werden. Einige Quellen gehen davon aus, dass die Führung versucht, alternative Erlösquellen zu erschließen, andere sehen das Projekt akut gefährdet und rechnen mit einem schnellen Rückzug, sollte die PIF‑Unterstützung ausbleiben.