Mehr junge US‑Männer als junge Frauen geben Religion hohe Bedeutung
Gallup‑Erhebung 2024–25: Anteil der 18‑ bis 29‑jährigen Männer, die Religion als sehr wichtig einstufen, steigt auf 42 Prozent.
- Bei 18‑ bis 29‑Jährigen hat sich das Verhältnis der Religiosität zwischen den Geschlechtern umgekehrt
- junge Männer verzeichnen einen deutlichen Zuwachs.
Nach Angaben einer neuen Auswertung von Gallup‑Daten für 2024–25 ist Religion für junge US‑Männer deutlich wichtiger geworden als noch vor zwei Jahren. Demnach geben 42 Prozent der 18‑ bis 29‑jährigen Männer an, Religion sei sehr wichtig für ihr Leben; in 2022–23 lag dieser Wert bei 28 Prozent.
Im Mittelpunkt der Entwicklung steht eine spürbare Verschiebung des Geschlechterverhältnisses: Während die Selbstangaben junger Frauen weitgehend unverändert bei rund 30 Prozent bleiben, haben Männer in der jüngsten Altersgruppe die zuvor bestehende Parität überwunden und führen nun mit einem statistisch relevanten Abstand. Diese Veränderung zeigt sich ausschließlich bei den 18‑ bis 29‑Jährigen; ältere Kohorten verzeichnen seit 2022–23 kaum Bewegung.
Zugleich ist die Zunahme bei jungen Männern bemerkenswert im historischen Vergleich. Mit dem aktuellen Anstieg erreichen sie ein Niveau, das in etwa dem Stand von vor rund 25 Jahren entspricht; ähnliche Werte wurden zuletzt um 2000–01 verzeichnet. Frauen in allen Altersgruppen sowie ältere Männer bewegen sich hingegen weiter bei oder nahe ihren Tiefstwerten in den verfügbaren Messreihen.
Daneben sind auch praktische Formen der Religiosität gewachsen: Der Anteil junger Männer, die mindestens monatlich Gottesdienste besuchen, stieg zwischen 2022–23 und 2024–25 um sieben Prozentpunkte auf 40 Prozent und erreicht damit den höchsten Stand seit 2012–13. Bei jungen Frauen nahm die regelmäßige Teilnahme ebenfalls zu, wenn auch moderater, um drei Punkte auf 39 Prozent.
In der Analyse werden mögliche Erklärungsansätze diskutiert, die das veränderte Interesse junger Männer an religiösen Gemeinschaften betreffen. Ein häufig genanntes Motiv ist ein gestiegenes Gefühl von Einsamkeit nach der Covid‑Pandemie; Studien weisen auf weniger enge persönliche Beziehungen und einen stärkeren sozialen Rückzug insbesondere bei jungen Männern hin. Diese Entwicklungen gelten als potenzieller Treiber für ein wieder stärkeres Interesse an religiösen Netzwerken und Gemeinschaftsangeboten.