Melania Trump stellt sich öffentlich zu Epstein‑Vorwürfen und fordert Überlebendenanhörungen
Erstmals äußert sich die First Lady öffentlich zu den Vorwürfen um Jeffrey Epstein; ihre Erklärung löste heftige Reaktionen bei Überlebenden und in Washington aus.
Nach Angaben aus Washington trat First Lady Melania Trump am Podium vor dem Weißen Haus und forderte ein Ende der Behauptungen, sie habe eine Beziehung zu Jeffrey Epstein gehabt. Sie erklärte, sie habe weder eine persönliche Beziehung zu Epstein noch zu Ghislaine Maxwell gehabt, sei nicht von Epstein mit ihrem Ehemann bekanntgemacht worden und habe von den Verbrechen Epsteins nichts gewusst. Ihre Stellungnahme endete mit dem Aufruf zu öffentlichen Kongressanhörungen, in denen Überlebende aussagen sollen, um die Vorgänge aufzuklären.
Im Mittelpunkt der unmittelbaren Reaktionen standen Überraschung und Verärgerung: Die Erklärung kam offenbar ohne Vorwarnung, selbst enge Mitarbeiter der Regierung waren demnach nicht informiert. US-Fernsehsender unterbrachen ihre laufende Berichterstattung über andere Themen, um die Rede live zu übertragen. Beobachter hoben hervor, dass die First Lady sonst nur selten öffentliche Auftritte wählt und diese meist strategisch geplant sind, weshalb der Zeitpunkt ihrer Stellungnahme viele irritierte.
Gleichzeitig fielen die Reaktionen von Überlebenden und Unterstützerinnen klar aus. Dreizehn Überlebende sowie die Familie von Virginia Roberts Giuffre veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie die Forderung nach weiteren Zeugenaussagen als Verschiebung der Verantwortung kritisierten. Sie sehen darin eine Belastung der Opfer unter Bedingungen, die Machtzentren wie das Justizministerium und die Regierung schützen würden. Kritiker bemängelten zudem, dass wichtige Dokumente weiterhin nicht vollständig freigegeben seien; von insgesamt sechs Millionen Dokumenten wurden bisher 3,5 Millionen veröffentlicht.
Unterdessen sorgten widersprüchliche Angaben zum Kenntnisstand des Präsidenten für zusätzliche Verwirrung: Eine Sprecherin der First Lady hatte zunächst gesagt, der Präsident sei informiert gewesen; später erklärte er, er habe nichts von dem Auftritt gewusst. Journalistische Stimmen, die sich länger mit dem Epstein-Fall beschäftigen, bezeichneten den Zeitpunkt als überraschend und konnten den Beweggrund nicht eindeutig erklären. Einige Überlebende forderten statt Appellen konkrete Schritte und politische Maßnahmen, um die Rhetorik in wirksame Unterstützung für Betroffene zu übersetzen.
Die Debatte kreist damit nicht nur um die persönliche Distanzierung der First Lady von Epstein, sondern auch um Fragen von Transparenz und Verantwortlichkeit staatlicher Stellen. Forderungen nach öffentlichen Anhörungen, Kritik an der Freigabe von Akten und die geteilten Reaktionen von Überlebenden und politischen Akteuren verdeutlichen, dass die Affäre durch die Stellungnahme erneut nationalen politischen Druck erzeugt.