Michelin lässt St. Paul bei Guide für Great Lakes aus – Kritik an bezahltem Zugriff und Risiken für kleine Lokale
Minneapolis zahlte für Inspektionen des Michelin‑Guides; Saint Paul blieb unberücksichtigt. Kritiker fürchten Nachteile für kleine und immigrantengeführte Lokale sowie Ungerechtigkeit bei Sichtbarkeit.
- Die Aufnahme Minneapoliss erfolgte nach einem bezahlten Vertrag mit Michelin
- Saint Paul wurde ausgelassen, was lokale Gastronomen und Kritiker über Benachteiligung und Fairness besorgt macht.
Nach Angaben der Guardian‑Berichterstattung hat Michelin bei der Ausweitung seines Guides auf die Great Lakes‑Region Minneapolis aufgenommen, Saint Paul aber ausgelassen. Die Entscheidung irritiert viele, weil die beiden Städte nur rund 18 Kilometer voneinander entfernt liegen und gemeinhin als Twin Cities wahrgenommen werden. Die Auslassung hat bei Gastronomen, Stadtvertretern und Kritikern Fragen zur Transparenz und zur regionalen Repräsentation ausgelöst.
Im Mittelpunkt der Debatte steht, dass Minneapolis für die Michelin‑Inspektionen bezahlt hat. Die Stadt schloss demnach einen Vertrag über mehrere Jahre mit einem Tourismuskostenbeitrag ab, damit Prüfer in Minneapolis nach Restaurants schauen. Vertreter aus Saint Paul argumentieren, die dadurch entstehende Aufmerksamkeit könne zwar positive Effekte für die Region haben, gleichzeitig aber jene Lokale benachteiligen, die nicht direkt von der Aufnahme profitieren.
Zugleich wiesen Kritiker darauf hin, dass sich durch bezahlte Zugänge ein verzerrtes Bild der kulinarischen Landschaft ergeben kann. Die Restaurantkritikerin Dara Moskowitz Grumdahl äußerte Überraschung darüber, dass sich der Bundesstaat nicht beteiligt habe, und machte auf die mit Inspektorenbesuchen verbundenen Kosten aufmerksam, etwa Flug‑ und Übernachtungsausgaben sowie die erforderliche Zeit vor Ort. Solche Ausgaben erhöhten die Bedeutung städtischer oder lokaler Finanzierungen für die Aufnahme in den Guide, so die Kritik.
Daneben betonten Vertreterinnen von Visit Saint Paul die Qualität und Vielfalt der Restaurants der Stadt und setzten auf Möglichkeiten, die regionale Wahrnehmung insgesamt zu stärken. Konkrete Erklärungen, warum Saint Paul nicht in die Ankündigung aufgenommen wurde, lagen nicht vor. In der lokalen Gastronomieszene löste die Entscheidung dennoch Besorgnis aus: Geschäftsinhaberinnen und Köche fürchten, dass kleinere und immigrantengeführte Betriebe leichter übersehen werden könnten, wenn der Fokus auf finanzierten Inspektionsgebieten liegt.