Mitglieder militanter Neonazi‑Active Clubs reisten zu Kampfveranstaltungen in geheimer Lynchburg‑Kommune
Recherchen zeigen, dass Anhänger mehrerer weißer‑nationalistischer Gruppen in Lynchburg gemeinsame Trainings und organisierte Kampf‑Events absolvierten; darunter Personen mit beruflichem Kontakt zu Jugendlichen.
Nach Angaben einer Recherche haben Mitglieder eines losen Netzwerks militante Neonazi‑Gruppen in den vergangenen Monaten wiederholt an organisierten Kampf‑ und Trainingsveranstaltungen in Lynchburg, Virginia, teilgenommen. Die Treffen fanden auf dem Gelände einer privaten Kommune statt, die von den Wolves of Vinland betrieben wird.
Zugleich belegen öffentlich zugängliche und private Social‑Media‑Beiträge, dass neben Aktivisten der sogenannten active clubs auch Angehörige weiterer weißer‑nationalistischer Organisationen anwesend waren. Unter den Aufnahmen sind Fotos und Videos, die gemeinsames Training dokumentieren, sowie Material von einem am 6. Dezember ausgetragenen, als 8‑gegen‑8 beschriebenen Brawl.
Die Recherche nennt mehrere namentlich identifizierte Teilnehmende: darunter einen in Georgia ansässigen, lizenzierten Lehrer, einen früheren Polizeibeamten aus West Virginia, der inzwischen ein Grappling‑Studio betreibt, einen Notfallsanitäter aus Tennessee sowie weitere Personen mit lokalen Geschäfts‑ oder Familienbindungen. In Ton‑ und Bildaufnahmen übernehmen einige dieser Personen Betreuer‑ und Mentorrollen bei Kämpfen mit Jugendlichen.
Die Wolves of Vinland werden von einer US‑Menschenrechtsorganisation als neopaganes, weißes‑nationalistisches Netzwerk eingeordnet. Die active clubs gehen auf den Neonazi Robert Rundo zurück. Expertinnen und Experten warnen, dass die Kopplung von Kampfsport, Fitness und rechter Ideologie als Instrument zur Rekrutierung und Radikalisierung junger Menschen fungieren kann und damit öffentliche Sicherheitsrisiken entstehen.
Mehrere namentlich genannte Personen reagierten nicht auf Anfragen zur Stellungnahme; eine von der Recherche genannte Lehrkraft löschte nach Kontaktaufnahme seine Social‑Media‑Beiträge. Damit bleiben Aussagen einzelner Akteure bislang unbeantwortet, während die vorgelegten Bild‑ und Videodokumente die wiederholte Zusammenarbeit verschiedener rechtsradikaler Gruppierungen in Virginia belegen.