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Nur 15 Schiffe seit Waffenruhe durch Straße von Hormus getrackt

BBC-Analyse dokumentiert einen starken Einbruch der Durchfahrten in der Straße von Hormus in den Tagen nach der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe zwischen USA und Iran.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Nur 15 Schiffe seit Waffenruhe durch Straße von Hormus getrackt
  • Nur wenige Schiffe passieren die Meerenge
  • Tanker bilden dabei nur einen kleinen Anteil der registrierten Durchfahrten.

Nach Angaben einer BBC-Analyse sind seit dem Inkrafttreten der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und Iran lediglich 15 Schiffe durch die Straße von Hormus getrackt worden. Die Auswertung stützt sich auf Schiffsdaten von MarineTraffic und bezieht sich auf die ersten drei Tage nach Beginn des Waffenstillstands.

Im Mittelpunkt der Auswertung stehen vier Tanker mit Öl-, Gas- oder Chemie-Ladung; die übrigen registrierten Einheiten wurden als Massengutfrachter oder Containerschiffe klassifiziert. Zugleich weist die BBC darauf hin, dass einige Schiffe die Passage ohne aktive Positionsmeldungen vorgenommen haben könnten und daher in den verfügbaren Trackingdaten nicht erscheinen.

Nach dem Schritt, die Zahlen dem bisherigen Verkehrsaufkommen gegenüberzustellen, wird die Dimension des Einbruchs deutlich: Vor Beginn des Konflikts am 28. Februar passierten im Mittel 138 Schiffe täglich die Meerenge. Die nun verzeichnete Zahl liegt damit weit unter dem üblichen Niveau und zeigt, wie stark die Handelsrouten und damit zusammenhängende Lieferketten sowie Energiemärkte beeinträchtigt bleiben.

Daneben berichten Betreiber in der Region von Nachrichten, wonach Schiffe ohne iranische Erlaubnis beim Versuch, die Straße zu durchqueren, ‚angezielt und zerstört‘ würden. Als Folge agieren Schiffseigner und Reeder zurückhaltend; viele würden zunächst Details und Garantien für eine sichere Passage verlangen, bevor sie wieder vermehrt transiten.

Zugleich analysiert die BBC die Routenwahl der getrackten Schiffe und stellt fest, dass diese eine nördliche Fahrspur nahe der iranischen Küste nutzten und damit größtenteils in iranischen Hoheitsgewässern unterwegs waren. Vor dem Ausbruch der Kampfhandlungen verliefen die üblichen Fahrspuren weiter südlich durch das mittlere Fahrwasser der Meerenge.

Unterdessen nennen Fachleute mehrere Unsicherheitsfaktoren, die Reeder zusätzlich abschrecken: mögliche Seeminen, die befristete Dauer der Waffenruhe sowie Berichte über angebliche ‚Durchfahrtsgebühren‘ als Bedingung für sichere Passage. Solche offenen Fragen dürften die Zurückhaltung der Eigentümer und Betreiber in den kommenden Tagen weiter verstärken.