Obszöne Slack‑Nachrichten erschüttern University of Michigan‑Regent Jordan Acker
Slack‑Nachrichten, die einem amtierenden Regenten zugeschrieben werden, werfen neue Fragen zur Führung der University of Michigan auf und kommen mitten in einen angespannten Vorwahlkampf um zwei Sitze im Regents‑Gremium.
- Die Nachrichten enthalten sexuelle Beschreibungen einer Demokratin und abwertende Äußerungen über eine Studentin
- Acker bestreitet die Nutzung von Slack nicht eindeutig.
Im Mittelpunkt der Kontroverse steht Jordan Acker, ein prominenter, pro‑israelischer Regentenmitglied der University of Michigan. Er hatte sich früher für juristische Schritte gegen pro‑palästinensische Studentendemonstrationen eingesetzt und war an der Anwerbung der Staatsanwaltschaft von Michigan beteiligt, was zu ungewöhnlichen Anklagen gegen Teilnehmer der Proteste führte. Während seiner Amtszeit leitete das Gremium zudem eine umfangreiche verdeckte Überwachungsoperation gegen Studierende; diese Strafverfolgungsmaßnahmen und die Überwachungsvorhaben wurden nach Berichterstattung eingestellt.
Gegenüber der Redaktion äußerte Ackers Anwalt Zweifel an der Echtheit der angeblichen Slack‑Screenshots und erklärte, sein Mandant habe Slack nie genutzt. Auf die konkrete Frage, ob Acker die Zuschreibung der Nachrichten ausdrücklich bestreite, reagierte der Anwalt ausweichend. Die Redaktion prüfte mehrere Konversationen über Jahre, führte einen Abgleich eines mit dem Slack‑Account verknüpften E‑Mail‑Kontos mit Ackers persönlichem Gmail‑Konto durch und ermittelte sechs Personen, die bestätigten, die Nachrichten zum damaligen Zeitpunkt gesehen zu haben.
Die vorgelegten Slack‑Nachrichten, die Acker zugeschrieben werden, enthalten obszöne sexuelle Beschreibungen einer Demokratin sowie herabsetzende Kommentare und ein Foto einer Studentin. Die Identität der genannten Strategin ist der Redaktion bekannt; sie wird zum Schutz ihrer Privatsphäre nicht genannt. Mitglieder der betreffenden Slack‑Gruppe, aus der die Nachrichten stammen, beschrieben den Kreis als überwiegend linksliberale Fachleute, die sich über Sport und Politik in Michigan austauschen und nicht aktiv im Regents‑Wahlkampf organisiert sind.
Die Enthüllung trifft auf einen bereits angespannten Wahlkampf: Nur wenige Tage vor einer wichtigen Delegiertenversammlung der Demokraten, bei der zwei Kandidaten für die Regents‑Sitze nominiert werden sollen, steht Ackers Wiederwahl in einem Dreikampf mit dem amtierenden Regenten Paul Brown und dem Herausforderer Amir Makled, einem progressiven Strafverteidiger aus Dearborn, der einige der zuvor kriminalisierten Protestierenden vertreten hatte. Der Wettbewerb spiegelt die breitere Auseinandersetzung über Kritik an Israel auf dem Campus wider und hat die Debatten um Führung, Protestmanagement und universitäre Politik weiter angeheizt.