Papst: Kritik an Tyrannen war nicht gegen Trump gerichtet
Papst Leo widersprach der Auslegung, seine Kritik an »Tyrannen« richte sich gegen den US‑Präsidenten, und betonte, die Passage sei bereits vor Trumps Äußerungen verfasst worden.
Nach Angaben des Papstes richtete sich seine jüngste Kritik an sogenannten Tyrannen, die Milliarden für Kriege ausgeben, nicht als Antwort auf US‑Präsident Donald Trump. Er erklärte Journalisten an Bord eines Fluges nach Angola, die betreffenden Passagen seien bereits vor rund zwei Wochen geschrieben worden, also deutlich vor den Kommentaren des Präsidenten.
Im Mittelpunkt der Rede in Kamerun stand die Warnung vor der Verschwendung von Ressourcen für Zerstörung, während Mittel für Heilung, Bildung und Wiederaufbau fehlten. Der Pontifex prangerte dabei einen anhaltenden Kreislauf der Destabilisierung und des Todes in einer von Aufständen betroffenen, »blutbefleckten« Region an und machte deutlich, dass Zerstörung oft in einem Augenblick geschehe, der Wiederaufbau jedoch ein Leben lang dauern könne.
Zugleich wies der Papst auf eine sich entwickelnde Erzählung hin, die seiner Ansicht nach nicht zutreffend sei. Er verwies auf die politische Lage, die durch zuvor getätigte Äußerungen des Präsidenten geschaffen worden sei, und betonte, es sei nicht seine Absicht, in eine direkte Auseinandersetzung mit dem Staatsoberhaupt zu treten. Beobachter hatten Teile der Aussage als mögliche Anspielung auf den US‑Präsidenten gewertet, nachdem dieser scharfe Kritik an ihm geäußert hatte.
Unterdessen reagierte der Präsident unmittelbar auf frühere Bemerkungen des Papstes zur Drohung, eine ganze Zivilisation könne zugrunde gehen, sollte der Iran den Forderungen der USA nicht nachgeben. Er schrieb, der Papst könne sagen, was er wolle, er selbst könne aber widersprechen. Zugleich hatte der Präsident zeitweise ein KI‑generiertes Bild gepostet, das ihn in religiöser Symbolik zeigte; das Bild wurde später entfernt.
Daneben betonte der Pontifex die Bedeutung seiner Afrikareise für die katholische Kirche. Die Tour umfasst Stationen in elf Städten über vier Länder und ist sein zweiter großer Auslandsbesuch seit Beginn seines Pontifikats. Vor diesem Hintergrund unterstrich er, dass seine Aussagen im Rahmen pastoraler und moralischer Erwägungen zu sehen seien und nicht als gezielte politische Attacke.