Paramount Skydance will Warner Bros. Discovery übernehmen: 31 USD je Aktie, Closing-Ziel Q3 2026
Paramount Skydance und Warner Bros Discovery haben einen verbindlichen Vertrag geschlossen, der WBD mit 31 USD je Aktie bewertet und den Zusammenschluss im dritten Quartal 2026 anpeilt.
- Der Vertrag sieht 31,00 USD in bar je WBD-Aktie vor und wurde von beiden Boards einstimmig gebilligt.
- Das Closing wird für Q3 2026 erwartet, vorbehaltlich Genehmigungen und eines WBD-Aktionärsvotums im Frühjahr.
- Falls der Deal nach dem 30. September 2026 nicht geschlossen ist, ist eine tägliche Tick-Fee vorgesehen, die 0,25 USD je Aktie pro Quartal entspricht.
- Die Finanzierung umfasst eine vollständig zugesagte Eigenkapitalinvestition über neü Paramount Class B Aktien sowie umfangreiche Fremdkapitalzusagen.
- WBD ordnet das Angebot als überlegenen Vorschlag ein und setzt damit eine Match-Frist im bestehenden Netflix-Vertrag in Gang.
Im US-Mediensektor zeichnet sich eine der größten Transaktionen seit Jahren ab. Paramount Skydance Corporation und Warner Bros. Discovery (WBD) haben am 27. Februar eine definitive Fusionsvereinbarung bekanntgegeben, nach der Paramount WBD übernehmen will. Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei 31,00 USD in bar je WBD-Aktie. Beide Verwaltungsräte haben den Vertrag nach Unternehmensangaben einstimmig genehmigt. Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 angestrebt und hängt unter anderem von regulatorischen Freigaben und einem Votum der WBD-Aktionäre ab, das für das Frühjahr erwartet wird.
Besonders ist die Vorgeschichte auf der Käuferseite nicht, wohl aber die Situation bei WBD. WBD steht in einem bereits unterzeichneten Fusionsvertrag mit Netflix, der eine sogenannte Superior-Proposal-Logik enthält. Das WBD-Board hat das revidierte Angebot von Paramount als überlegenen Vorschlag eingestuft und Netflix darüber informiert. Damit läuft eine Match-Periode von vier Geschäftstagen, in der Netflix die Bedingungen anpassen kann, um das Paramount-Angebot zu übertreffen. Erst danach kann WBD, bei erneuter Bestätigung durch das Board, den Netflix-Vertrag beenden.
Die Dokumente nennen mehrere Schutzmechanismen und Gebühren, die die Abschlusswahrscheinlichkeit erhöhen sollen. In der WBD-Mitteilung wird unter anderem eine regulatorische Termination Fee von 7 Mrd USD erwähnt, die bei einem Scheitern aus regulatorischen Gründen fällig wäre. Zudem soll Paramount die Kosten für die Beendigung des Netflix-Vertrags mittragen: Das Angebot beinhaltet, dass Paramount die 2,8 Mrd USD Termination Fee übernimmt, die WBD bei einer Kündigung an Netflix zahlen müsste. Für die WBD-Aktionäre ist außerdem eine Tick-Fee vorgesehen, falls der Zusammenschluss nach dem 30. September 2026 noch nicht vollzogen ist; die Gebühr wird quartalsweise berechnet und täglich aufgezinst.
Auf der Finanzierungsseite skizziert Paramount einen Mix aus neüm Eigenkapital und zugesagtem Fremdkapital. Geplant ist die Ausgabe neür Paramount Class B Aktien im Volumen von 47 Mrd USD zu einem Ausgabepreis von 16,02 USD je Aktie, abgesichert durch eine vollständig zugesagte Investition der Ellison-Familie und von RedBird Capital Partners. Zusätzlich nennt Paramount Fremdkapitalzusagen über insgesamt 54 Mrd USD, darunter eine Backstop-Komponente für bestehende Brückenfinanzierungen bei WBD und neü Schulden für die Transaktion. Eine weitere Option ist eine Rights Offering-Struktur, über die bestehende Paramount-Aktionäre zusätzliches Eigenkapital zeichnen könnten.
Strategisch argumentieren beide Seiten mit einer Bündelung von Studios, Streaming- und linearen Plattformen sowie einer größeren Verhandlungsmacht bei Distribution und Werbung. Ob diese Logik regulatorisch und politisch durchgeht, ist offen: In den USA sind Medienfusionen traditionell sensibel, und bei großen Transaktionen werden neben Kartellfragen auch Themen wie regionale Arbeitsplätze, Netzwerkeffekte und Konsumentenschutz geprüft. In den kommenden Wochen entscheidet sich zunächst, ob Netflix sein Matching-Recht nutzt; danach richtet sich der Fokus auf die formalen Prüfprozesse und darauf, wie das künftige Portfolio aus Marken, Streaming-Angeboten und Studiobetrieben strukturiert werden soll.