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Polizei setzt Gas und Gummigeschosse gegen Tierschützer bei Ridglan‑Farms‑Einsatz in Wisconsin ein

Rund 1.000 Tierschützer versuchten, das Gelände des Zucht- und Forschungshofs Ridglan Farms in Blue Mounds zu stürmen; Hunderte wurden festgenommen, Sicherheitskräfte setzten Pfeffer- und Tränengas sowie Gummigeschosse ein.

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Titelbild: Polizei setzt Gas und Gummigeschosse gegen Tierschützer bei Ridglan‑Farms‑Einsatz in Wisconsin ein
Einsatzkräfte reagierten mit Pfefferspray und Gummigeschossen, nachdem Aktivisten Barrikaden überwunden und in Richtung des Farmgeländes gedrängt hatten.

Nach Angaben örtlicher Behörden eskalierten die Proteste am Samstag, als etwa 1.000 Aktivisten versuchten, in den Zucht- und Forschungshof Ridglan Farms in Blue Mounds (Wisconsin) einzudringen. Polizei und Sheriff setzten Pfeffer- und Tränengas sowie Gummigeschosse ein, um die Gruppen daran zu hindern, das Gelände zu betreten; es kam dabei zu teils gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und Einsatzkräften.

Im Mittelpunkt der Aktion stand der wiederholte Versuch von Tierschützern, Hunde aus der Einrichtung zu entfernen. Bereits im März hatten Aktivisten bei einer Razzia 13 Hunde aus dem Betrieb geholt. Die Staatsanwaltschaft wurde über 62 Personen informiert, gegen die im Zusammenhang mit der Märzaktion unter anderem Anklagen wegen Einbruchs und Hausfriedensbruchs weitergeleitet wurden. Ridglan Farms weist Vorwürfe von Misshandlung entschieden zurück und erklärt auf seiner Webseite, es gebe keine stichhaltigen Belege für Tierquälerei.

Zugleich berichtete das Büro des Sheriffs, zwischen 300 und 400 Menschen hätten versucht, Barrikaden zu durchbrechen und dabei Einsatzkräfte angegriffen. Protestierende hätten ausgewiesene Bereiche für friedlichen Protest ignoriert und Straßen blockiert, was nach Darstellung der Behörden die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge erschwerte. Ein Fahrzeug fuhr nach Angaben der Behörden durch das vordere Tor; der Fahrer wurde festgenommen, der Vorfall sei als potenziell lebensgefährlich eingestuft worden.

Daneben versuchten Demonstranten, Hindernisse wie mit Gülle gefüllte Gräben, Heuballen und Stacheldraht zu überwinden. Einige Personen gelangten durch den Zaun, kamen jedoch nicht in die zentralen Bereiche der Anlage, in denen Berichten zufolge bis zu 2.000 Beagles gehalten werden. Die Behörden erklärten, eine erhebliche Zahl von Personen sei vorläufig festgenommen worden; genaue Festnahmezahlen lagen am Samstag noch nicht vor, da die Betroffenen noch verarbeitet wurden.

Inzwischen hatte die Gruppe Coalition to Save the Ridglan Dogs ihre Aktion ursprünglich für Sonntag angekündigt, startete sie aber bereits einen Tag früher. Der Anführer der Gruppe wurde vor Ort ebenfalls festgenommen und bekräftigte später schriftlich, dass die Proteste fortgesetzt werden sollen. Am Abend verlegten Aktivisten ihre Kundgebung vor das Gefängnis in Madison, um dort weiteren Druck zu machen.